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Bestattungen im Eingangsraum

Zwei Sarkophage aus wertvollem roten Buntsandstein sind am Ort ihrer Auffindung verblieben. Die Grabplätze waren durch in Stein gemeißelte umlaufende Inschriften im originalen Fußboden des Eingangsraumes kenntlich. Hier ist auch das Jahr der Bestattung für den vorne stehenden Sarkophag genannt: 1277. Noch während der Bauzeit des Chores zum gotischen Neubau wurde der Alte Dom also für hochrangige Bestattungen genutzt. Einer der hier Beigesetzten trug das Ornat eines Bischofs. Seit der Spätantike und besonders seit der frühen Karolingerzeit wurde es verschiedentlich untersagt, im geweihten Kirchenraum zu beerdigen; daraus entwickelte sich die Bestattung vor den Schwellen (im Eingangsraum), zunächst als Ausdruck der Demut verstanden, später als Privileg, das gegen hohe Vermächtnisse vergeben wurde.

Dr. Sebastian Ristow, Archäologe