Ab 1. März 2017 gelten folgende Regelungen:
Für den Dom gilt ein striktes Verbot für das Mitführen von großen Koffern, Reisetaschen, Wanderrucksäcken. Handgepäck bleibt erlaubt (Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer).
Das Mitführen von eigenen Sitzgelegenheiten (z. B. Klappstühle) ist nicht gestattet.
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Frankenfamilie

Die Fränkische Königsfamilie vom Kölner Dom

Es gibt keinerlei Hinweis darauf, um wen es sich bei der etwa achtundzwanzigjährigen Dame und dem etwa sechsjährigen Knaben (Sterbealter nach dem Zahnbefund) in den zwei fränkischen Gräbern unter dem Dom handelt. Die Kostbarkeit und die kunsthandwerkliche Qualität der Grabbeigaben zeigen allerdings, daß hier eine Königin und ein kindlicher Prinz (ihr Sohn?) bestattet wurden.

Um das Jahr 500 war Köln zum Mittelpunkt eines fränkischen Teilkönigreiches unter dem ersten König Sigibert geworden. Später residierte hier ein Enkel Chlodwigs, Theudebert I. (534–547), in dessen Regierungszeit die beiden Toten wahrscheinlich gleichzeitig beigesetzt wurden. Die Dendrochronologie der Bretter, mit denen das Knabengrab abgedeckt war, ergab eine Fällungszeit von 537±10 n. Chr. Dieser Zeitansatz zusammen mit der Überlieferung Gregors von Tours läßt uns erahnen, um wen es sich bei den beiden Toten handeln könnte:

Theudeberts Vater, Theuderich, hatte seinen Sohn vor 532 mit der langobardischen Königstochter Wisigarde verlobt. Diese offensichtlich politische Verbindung traf bei Theudebert nicht auf Gegenliebe, denn er ging auf einem Feldzug eine Liaison mit einer Romanin namens Deoteria ein, die er nach seinem Regierungsantritt heiratete und mit der er einen Sohn (Theudebald) zeugte. Als Wisigarde sieben Jahre auf die versprochene Hochzeit gewartet hatte, machten die BeraterTheudeberts ihm schwere Vorwürfe. Theudebert trennte sich daraufhin von Deoteria, um Wisigarde zu heiraten, die jedoch nach kurzer Zeit starb. Danach nahm Theudebert eine dritte Frau, deren Namen uns Gregor von Tours jedoch nicht mitgeteilt hat.

Die Verlobung vor 532, die siebenjährige Wartezeit und der rasche Tod nach der Hochzeit passen widerspruchslos zu dem dendrochronologisch ermittelten Datum von 537±10, und auch die Hochzeit der Eltern Wisigardes um 510 und damit die Geburt des ersten Kindes aus dieser Verbindung lassen mit dem von Gregor für etwa 538 überlieferten Tod ein Sterbealter von ungefähr 28 Jahren errechnen, so daß die Identifizierung der Toten im Grab unter dem Dom mit der langobardischen Prinzessin Wisigarde mehr als nur eine reine Vermutung ist. Als – nicht überlieferte – Todesursache wird man den bei den Merowingern üblichen Giftmord in Betracht ziehen müssen, wobei der gescheiterten Vorgängerin Deoteria der zweifelhafte Ruhm der Hauptverdächtigen zukäme. Sollte – was ebenfalls nicht unüblich war, was aber nicht bei Gregor erwähnt ist – bereits bei der Verlobung ein Sohn gezeugt worden sein, der so ein Alter von 6–7 Jahren erreicht hätte, dann hätte Deoteria auch das Motiv für einen zweiten Mord gehabt: Sie wollte die Zukunft ihres eigenen Sohnes Theudebald sichern.
Dr. Georg Hauser, Archäologe

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