Mantelschließe des Verkündigungsengels
Wie kein anderer Maler des frühen 15. Jahrhunderts in Deutschland sind bei Stefan Lochner eine ausgeprägte Symbolsprache und eine außerordentlich naturalistische Wiedergabe des Heilsgeschehens miteinander verwoben. Diese Darstellungsweise wurde Stefan Lochner sicher durch den flämischen Maler Jan van Eyck vermittelt. Dessen Hauptwerk, der 1432 vollendete Genter Altar, war von Lochner offensichtlich gesehen und studiert worden. Ein schönes Beispiel ist die goldene Mantelschließe des Verkündigungsengels, die ein Bild Gottvaters zeigt. So ist die in mittelalterlichen Verkündigungsbildern oft als kleine Figur erscheinende Gestalt Gottvaters zwar versteckt, aber trotzdem wirkungsvoll, eingebracht.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker









