Taube des Heiligen Geistes
In der Verkündigungsszene schwebt über dem Kopf Mariens die Taube des Heiligen Geistes, die die Botschaft des Engels begleitet. Obwohl die Taube eine der göttlichen Personen der Dreifaltigkeit vertritt, ist sie nicht durch eine stilisierte Darstellung überhöht, sondern ganz naturalistisch als im Flug innehaltender Vogel wiedergegeben. Die Naturnähe verstärkt so den Wahrheitsgehalt des wunderbaren Geschehens, ein Kunstmittel, das von Stefan Lochner erstmals in die Kölner Malerei des 15. Jahrhunderts eingeführt wurde. Jan van Eyck und vielleicht auch die Frührenaissancemalerei Italiens haben hier Lochner beeinflußt.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker









