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News

11.04.2014

Bischofsstab von Josef Kardinal Frings nach Köln zurückgekehrt

Bild © Bistum Essen, Achim Pohl

Bischofsstab von Josef Kardinal Frings und Bischof Dr. Hubert Luthe, Detail: Krümme, Der Gute Hirte. Hildegard Domizlaff 1942/46.

Am 4. Februar 2014 verstarb der emeritierte Bischof von Essen Dr. Hubert Luthe (1927−2014, Bischof von Essen 1991−2002). Testamentarisch hat er dem Kölner Dom seinen Bischofsstab hinterlassen, der in Zukunft in der Kölner Domschatzkammer präsentiert wird. Er ist am 7. April 2014 vom Essener Dompropst Thomas Zander an den Kölner Dompropst Dr. Norbert Feldhoff überreicht worden.

Bei dem Stab handelt es sich um den Bischofsstab des Kölner Erzbischofs Josef Kardinal Frings (1887−1978, Erzbischof von Köln 1942−1969). Bischof Luthe hatte ihn zu seiner Bischofsweihe am 14. Dezember 1969 von Kardinal Frings zum Geschenk erhalten. Diesem war Bischof Luthe eng verbunden. So war er bis 1968 Erzbischöflicher Kaplan und Geheimsekretär des Kardinals und begleitete diesen unter anderem auch zum Zweiten Vatikanischen Konzil nach Rom. Am 28. Oktober 1969 wurde Luthe von Paul VI. zum Titularbischof von Egabro und Weihbischof von Köln ernannt. Nach dem Tod Joseph Kardinal Höffners war er zwischen September 1987 und Februar 1989 Diözesanadministrator des Erzbistums Köln.

Der Stab für den aus Neuss stammenden Kardinal Frings entstand zwischen 1942 und 1946 im Auftrag der Neusser Pfarrgemeinde St. Quirinus. Angefertigt wurde er von der Bildhauerin Hildegard Domizlaff (1898−1987). Die gebürtige Erfurterin lebte seit 1930 in einem Atelierhaus auf der Belvederestraße in Köln-Müngersdorf. Die Künstlerin, die 1916 zum Katholizismus konvertiert war, fertigte seit den 1940/50er Jahren zunehmend Kunstwerke für den liturgisch-sakralen Bereich. So schuf sie in der Nachkriegszeit die Ausstattung für zahlreiche Kirchenneubauten der Architekten Emil Steffan, Dominikus Böhm und Rudolf Schwarz. Daneben gestaltete sie sakrales Kirchengerät und bischöfliche Insignien. So ließen sich zwischen 1941 und 1980 nicht weniger als zwölf deutsche Bischöfe von Domizlaff ihre Bischofsstäbe gestalten. Der Stab für Kardinal Frings ist nach demjenigen für den Paderborner Erzbischof Dr. Lorenz Kardinal Jäger der zweite Bischofsstab, den die Künstlerin schuf.

Die Curva (d. i. die Krümme) des Stabes ist aus gegossenem Silber gefertigt. Als vollplastische Figuren sind in ihrer Mitte der Gute Hirte mit dem verlorenen Schaf auf den Schultern und der mythologische Sänger Orpheus mit der Lyra Rücken an Rücken stehend dargestellt. In der Gegenüberstellung des Guten Hirten und der heidnisch-antiken Figur des Sängers Orpheus greift Domizlaff frühchristliche Bildmotive auf. So galt Orpheus dem frühen Christentum als Präfiguration Christi. Wie Christus sei er in die Totenwelt herabgestiegen. Wie Christus wird Orpheus auf antiken Darstellungen als Hirte dargestellt. Beide Darstellungen nehmen damit direkten Bezug auf das Hirtenamt des Bischofs. Am zylinderförmigen Knauf über dem Griff des Stabes sind die Gottesmutter Maria, der hl. Joseph als Namenspatron des Kardinals und der Patron des Neusser Münsters, der hl. Quirinus, dargestellt. Kardinal Frings war seinem Geburtsort Zeit seines Lebens eng verbunden. So hat er die neun goldenen Kugeln aus dem Wappenschild des hl. Quirinus in sein Bischofswappen übernommen.

1964/65 ließ sich der inzwischen fast erblindete Kardinal Frings von Hildegard Domizlaff einen neuen, leichteren Bischofsstab fertigen. Dieser Altersstab des Erzbischofs gelangte bereits nach dem Tod Kardinal Frings 1978 in die Kölner Domschatzkammer. Es ist ein Grund zu besonderer Freude, dass nun beide Hirtenstäbe dieses bei den Kölnern bis heute äußerst beliebten Erzbischofs am Dom vereint sind.

Matthias Deml

 

Bild © Bistum Essen, Achim Pohl

Detail: Krümme, Orpheus

Bild © Bistum Essen, Achim Pohl

Detail: Knauf, St. Quirinus.

Bild © Bistum Essen, Achim Pohl

Detail: Knauf, St. Joseph und Maria

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