Ab 1. März 2017 gelten folgende Regelungen:
Für den Dom gilt ein striktes Verbot für das Mitführen von großen Koffern, Reisetaschen, Wanderrucksäcken. Handgepäck bleibt erlaubt (Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer).
Das Mitführen von eigenen Sitzgelegenheiten (z. B. Klappstühle) ist nicht gestattet.
..

Geschichte des Domes

313
Erste Erwähnung eines Kölner Bischofs

Die Geschichte des Kölner Domes reicht bis in frühchristliche Zeit zurück. 313 n. Chr. wird mit dem hl. Maternus erstmals ein Kölner Bischof erwähnt. Es liegt im Bereich des Wahrscheinlichen – wenn es auch nach heutigem Forschungsstand nicht nachweisbar ist –, dass bereits zu seiner Zeit die Bischofskirche der römischen Stadt im Bereich der heutigen Kathedrale gestanden hat. Das Areal befand sich damals im nordöstlichen Stadtviertel, in unmittelbarer Nähe zur Stadtmauer und zum Nordtor. Es war vorwiegend durch Wohnbebauung geprägt. Vielleicht befand sich die erste Kirche innerhalb eines römischen Wohnhauses, wie dies für andere römische Städte belegt ist.

6. Jahrhundert
Merowingische Kirchenanlage mit Baptisterium

Archäologisch beweisbar ist, dass sich an der Stelle des heutigen Domes spätestens im 6. Jahrhundert eine große Kirchenanlage befunden hat. Östlich des Domchores hat sich aus dieser Zeit eines der ältesten Zeugnisse des Christentums im Rheinland erhalten: das Taufbecken eines frühmittelalterlichen Baptisteriums. Es gehörte zu einer Kirchenfamilie mit mehreren Sakralbauten, von denen weitere Befunde, wie zum Beispiel merowingische Fürstengräber, eine Amboanlage und Reste einer gemauerten Priesterbank, unter dem Domchor aufgedeckt werden konnten.

um 800
Bau des Alten Domes

Nach mehreren Umbauten entstand an der Stelle dieser frühen Kirchenanlage um 800 eine gewaltige karolingische Kirche, der sogenannte Alte Dom. 873 geweiht, wurde die zunächst dreischiffige Kirche im 10. oder 11. Jahrhundert um zwei Seitenschiffe erweitert. Im Gegensatz zur heutigen Kathedrale besaß der Alte Dom zwei Chöre mit Apsiden. Der Westchor war dem Dompatron, dem Heiligen Petrus, der Ostchor der Gottesmutter Maria geweiht. Im Westen vor dem Dom befand sich ein weitläufiges Atrium. Im Osten war der Dom durch ein zweites Atrium mit der in der Mitte des 11. Jahrhunderts gegründeten und 1817 abgebrochenen Stiftskirche St. Maria ad Gradus verbunden.

1164
Übertragung der Gebeine der Heiligen Drei Könige
Der Alte Dom bestand noch, als Erzbischof Rainald von Dassel 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus Mailand nach Köln übertragen ließ. Er hatte sie von Kaiser Friedrich I. (genannt Barbarossa), als Dank für geleistete Dienste auf dessen Italienfeldzug, erhalten. Zwei Jahre zuvor hatte der Kaiser unter Beteiligung des Erzbischofs, der zugleich einer der mächtigsten Reichsfürsten Deutschlands und Erzkanzler für Italien war, die gegen den Kaiser rebellierende Stadt Mailand eingenommen und dabei die Gebeine der Heiligen an sich gebracht.

Der Erzbischof verstand es geschickt, die in Mailand nahezu unbekannten Reliquien in kurzer Zeit weiten Teilen der Christenheit bekannt zu machen. Durch ihren Besitz wurde der Kölner Dom zu einem der bedeutendsten Pilgerorte Europas. Die Reliquien hatten nicht zuletzt auch für das Deutsche Königtum eine herausragende Bedeutung. So machten die Deutschen Herrscher nach ihrer Königskrönung in Aachen gewöhnlich Station in Köln, um die Gebeine der biblischen Magier − nach mittelalterlicher Vorstellung waren sie die ersten christlichen Könige − zu verehren. Zwischen den 1180er und 1230er Jahren entstand für die wertvollen Reliquien unter maßgeblicher Mitwirkung des Goldschmiedes Nikolaus von Verdun der Dreikönigenschrein, das größte bis heute erhaltene Goldschmiedewerk des hohen Mittelalters in Europa.

1248
Grundsteinlegung zum gotischen Dom

Am 15. August 1248 wurde von Erzbischof Konrad von Hochstaden der Grundstein zur heutigen hochgotischen Kathedrale gelegt. Die Architektur des neuen Domes orientierte sich eng an der modernsten französischen Architektur, vor allem an der Kathedrale von Amiens oder der Sainte-Chapelle in Paris. Vom ersten Dombaumeister Kölns weiß man wenig mehr als den Namen: Meister Gerhard. In seiner Größe sollte der neue Kirchenbau die früheren französischen Kathedralen sogar noch übertreffen und ging damit nahe an die Grenzen des damals technisch Möglichen. Die Bauarbeiten begannen mit der Errichtung des Domchores. Als man hierfür die Ostteile des Alten Domes mit Hilfe von Feuer niederlegen wollte, gerieten die Flammen außer Kontrolle, und auch der Westteil des alten Baues brannte zu großen Teilen ab. Im letzten Moment konnte man zumindest den Dreikönigenschrein und das Gerokreuz aus dem bereits raucherfüllten Dom retten. Während im Osten die Fundamente des neuen Chores gelegt wurden, wurde der Westteil des Alten Domes provisorisch wiederhergerichtet, um dort bis zur Chorvollendung die täglichen Gottesdienste und Stundengebete halten zu können.

Um 1265 war als erster Bauteil der Chorumgang mit den Chorkapellen vollendet. Während im inneren Chor noch reger Baubetrieb herrschte, wurden die Kapellen ausgestattet und an ihren Altären Messen gelesen. Die Gebeine der seligen Irmgardis und einiger bedeutender Kölner Erzbischöfe wurden im Laufe des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts aus dem Alten Dom in die neuen Chorkapellen übertragen und in neue Grabtumben gebettet. 1277 weihte der in Köln lebende Dominikaner, Gelehrte und Bischof, Albertus Magnus, den Altar der neuen Sakristei.

1322
Weihe des neuen Domchores

Um 1320 war schließlich auch der Binnenchor vollendet. 1322 wurde er geweiht und der Dreikönigenschrein in feierlicher Prozession in die der Gottesmutter Maria geweihte Achskapelle übertragen. Hier stand er, von wenigen Unterbrechungen abgesehen, bis 1864. Die trotz einzelner schmerzlicher Verluste in bedeutenden Teilen erhaltene Ausstattung des Hochchores ist in ihrem Erhaltungszustand und in ihrer künstlerischen Qualität einzigartig. Unter anderem in Lothringen und Paris geschulte Werkstätten schufen im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert die kostbar gefassten, höfisch elegant bewegten Chorpfeilerfiguren von Christus, Maria und den zwölf Aposteln sowie den Hochaltar aus schwarzem Kalkstein mit seinen Statuetten aus Carraramarmor, das Chorgestühl mit seinen überaus reichen, fantasievollen Schnitzereien und die Chorschrankenmalereien. In den Chorobergadenfenstern und in den Chorkapellen haben sich große Teile der mittelalterlichen Glasfenster erhalten.

Im Westen war der Chor über Jahrhunderte durch eine provisorische Wand von den im Mittelalter unvollendet gebliebenen Bereichen von Quer- und Langhaus getrennt.

nach 1520
Einstellung der Bauarbeiten

Nach der Chorvollendung wurde der Rest des Alten Domes gänzlich abgebrochen, und man begann mit dem Bau von Querhaus, Langhaus und Türmen – zunächst auf der Südseite, ab dem 15. Jahrhundert im Norden. Als um 1520 schließlich die Bauarbeiten für mehr als 300 Jahre unterbrochen wurden, glich der Dom in diesen Bereichen einer gewaltigen Bauruine. Lang- und Querhaus waren durch provisorische, nach unten offene Dächer geschlossen, die in den meisten Bereichen unmittelbar oberhalb der Pfeilerkapitelle in 15 Metern Höhe ansetzten. Nur die westlichen Bereiche der nördlichen Seitenschiffe waren bereits eingewölbt. Während die Außenmauern des Nordturmes teilweise nur fünf Meter hoch ausgeführt waren, hatte der Südturm mit einer Höhe von 56 Metern bereits ein gutes Drittel seiner heutigen Höhe erreicht. Auf dem Turmstumpf befand sich ein riesiger hölzerner Baukran, der jahrhundertelang das Wahrzeichen der Stadt Köln war und vielen als Mahnung galt, den Dombau eines Tages zu vollenden.

1794
Besetzung des Rheinlandes durch französische Revolutionstruppen

Eine der dunkelsten Zeiten in der Geschichte des Kölner Domes brach mit der Besetzung des Rheinlandes durch die Truppen der Französischen Revolution 1794 an. 1796 wurde der Dom für den Gottesdienst geschlossen und diente unter anderem als Pferdestall, Magazin und Kriegsgefangenenlager. Teile der Bleideckung auf dem Dach des Binnenchores waren bereits zuvor, wie auch einzelne Bronzebildwerke, zur Materialgewinnung eingeschmolzen, hölzerne Wappenschilde in antiklerikalen Festen öffentlich verbrannt worden. Die hölzerne Ausstattung des Langhauses wurde im Winter 1797/98 von Kriegsgefangenen als Brennholz verwendet. 1801 konnte der Dom als Pfarrkirche zwar wieder einer kirchlichen Nutzung zugeführt werden, der Bau zeigte sich aber durch jahrelange Vernachlässigung in einem bedenklichen Zustand. Mit der Wiederbegründung des Erzbistums Köln 1821 wurde der Dom erneut Bischofskirche.

1842
Grundsteinlegung zur Domvollendung

Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war aber auch eine Zeit, in der mittelalterliche Kunst und Architektur wiederentdeckt wurden. Der unvollendete Dom als größte gotische Kathedrale Deutschlands fand in dieser Zeit in besonderem Maße Aufmerksamkeit. Insbesondere die Brüder Sulpiz und Melchior Boisserée sowie, neben vielen anderen, Joseph Görres, Johann Wolfgang von Goethe und Joseph von Eichendorff warben dafür, den Bau des Domes wiederaufzunehmen und die Kathedrale nach einer Baupause von über 300 Jahren zu vollenden. 1823/24 wurde die Kölner Dombauhütte wiederbegründet, die zunächst fast 20 Jahre damit beschäftigt war, den bestehenden Bau zu sanieren.
1842 legte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den Grundstein zur Vollendung des Domes. Ihm galt der Bau in erster Linie als deutsches Nationaldenkmal, dessen Vollendung allen Deutschen, unabhängig von ihrer Konfession und ihrer Landeszugehörigkeit, ein Anliegen sein sollte. Die Bauarbeiten unter den Dombaumeistern Ernst Friedrich Zwirner und Richard Voigtel konzentrierten sich zunächst auf die Vollendung von Lang- und Querhaus. 1863 fiel die Trennmauer, die jahrhundertelang den fertigen Chor von den unvollendeten Bereichen getrennt hatte. Der gesamte Innenraum des Domes war nun erstmals erlebbar. Finanziert wurde der Dombau nicht alleine vom König. Bereits im Jahr der Grundsteinlegung 1842 gründeten Kölner Bürger den Zentral-Dombau-Verein, der am Ende 60 Prozent der für die Domvollendung nötigen Gelder aufbrachte. Der Verein existiert noch heute und finanziert nach wie vor zu einem erheblichen Teil die Arbeiten der Kölner Dombauhütte zur Erhaltung des Kölner Wahrzeichens.

1880
Domvollendung

In den 1860er und 1870er Jahren folgte schließlich die Fertigstellung der Türme. Die Dombauhütte, die zu dieser Zeit mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigte, setzte auf modernste Bautechnik, wie z. B. auf Windenwägen, die auf Eisenbahnschienen über die Baustelle fuhren oder auf den Einsatz einer Dampfmaschine. Als der Dom 1880 schließlich vollendet wurde, war er mit den beiden über 157 Meter hohen Türmen das höchste Bauwerk der Welt – dies, obwohl man sich bei deren Errichtung sehr genau an den mittelalterlichen Fassadenplan gehalten hatte, der bereits 600 Jahre zuvor, um 1280/90, entstanden war.

nach 1945
Wiederaufbau des Domes nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Kölner Dom durch 14 schwere Spreng- und über 70 Brandbombentreffer sowie durch Beschuss und auffliegendes Material schwere Schäden: die meisten Gewölbe der Mittelschiffe von Lang- und Querhaus waren eingestürzt, die Orgel und ein Großteil der Fenster des 19. Jahrhunderts zerstört, und am gesamten Bau zeigten sich unzählige größere und kleinere Absprengungen. Bedrohlich für den Dom war insbesondere ein Bombentreffer an einem der Turmpfeiler, der noch während des Krieges provisorisch mit Ziegelsteinen repariert wurde. Glücklicherweise hatte man die mittelalterlichen Fenster und viele bedeutende Ausstattungsstücke des Domes rechtzeitig ausgebaut und andere vor Ort durch Sandsäcke und Verschalungen geschützt, so dass es keine großen Verluste an mittelalterlichen Kunstwerken im Dom gab.

Unter größten Anstrengungen gelang es der Dombauhütte bis zur 700-Jahrfeier der Grundsteinlegung im Jahr 1948, Chor und Querhaus und bis zum Katholikentag 1956 auch das besonders schwer getroffene Langhaus wiederherzustellen. Noch immer findet man am Bau zahlreiche kleinere Kriegsschäden. Heute gilt die Hauptaufgabe der Kölner Dombauhütte aber der Restaurierung des durch Verwitterung und Umwelteinflüsse schwer geschädigten Steinwerkes sowie der Konservierung und dem Schutz der wertvollen historischen Fenster.
1996 wurde der Kölner Dom in die Liste der UNESCO Weltkulturerbestätten aufgenommen.

2005
Weltjugendtag

Ein besonderes Ereignis in der jüngsten Geschichte des Kölner Domes war der XX. Weltjugendtag 2005 und der Besuch Papst Benedikts XVI. in Köln. Hunderttausende junge Christen nahezu aller Nationen machten sich zwischen dem 16. und 21. August auf den Weg nach Köln und verwandelten die Stadt und den Dom in einen "vor Euphorie brodelnden Kessel" des Glaubens und der puren Lebensfreude. Es war das größte Fest, das jemals in der Geschichte der Stadt Köln gefeiert wurde.

 

Matthias Deml

Kulturstiftung Kölner Dom Das Generationenprojekt 11.000 Sterne für den Kölner Dom ZENTRAL-DOMBAU-VEREIN ZU KÖLN VON 1842 DOMKLOSTER 4