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Dom-Kran


Foto: © Dombauarchiv Köln

Der Kran auf dem Südturm war jahrhundertelang das Wahrzeichen der Stadt Köln. Über seine Errichtung gibt es keine Nachrichten, doch bereits auf Gemälden zur Ursulalegende, die um 1450 entstanden sind, ist er zu sehen. Damals war er jedoch bereits seit längerer Zeit außer Betrieb. Deshalb ist es unwahrscheinlich, daß er, wie man früher annahm, erst im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Wahrscheinlicher ist,

daß er um 1350 entstand, als man mit dem Bau des Südturmes begann. Am Boden zusammengebaut wird er mit dem Turm in die Höhe gewandert sein. Sehr geschickt war sein Grundquadrat aus vier starken Eichenbalken auf die Mitten der Turmseiten aufgelegt, so daß man nur 9,65 Meter lange Hölzer brauchte, um einen Raum von 13,6 x 13,6 Meter lichter Weite zu überdecken. Um den Kran auf die nächste Ebene zu bekommen, brauchte man nur jeweils eine Ecke mit Keilen um die

Dicke einer Quaderschicht anzuheben. Viermal diese einfache Prozedur durchgeführt, stand der Kran dem Baufortschritt entsprechend zwischen 40 und 50 cm höher, zuletzt bei etwas über 45 Meter.




Die mittelalterliche Baumaschine

Bild: © Dombauarchiv Köln

Das eigentliche Tragegestell des Kranes war etwa 12,70 Meter hoch und verjüngte sich von 9,95 Meter auf 4,70 Meter, so daß die Seitenflächen, mit Schiefer abgedeckt, um etwa 12 Grad geneigt waren. Im Zentrum saß der Kaiserstiel, ein riesiger Eichenstamm von 15,20 Meter Höhe und am oberen Ende, wo er am dicksten war, gut ein Meter Durchmesser. Hier besaß er einen dicken, von vier Eisenbändern gehaltenen Dorn, der in einer ebenfalls eisernen Lagerschale ruhte. Auf diese Weise war die gesamte Konstruktion leicht beweglich. Der über das Tragegestell herausragende Teil war als achteckige, ebenfalls verschieferte Turmhaube ausgebildet und nochmals 5,40 Meter hoch. Aus ihm trat der Schnabel heraus, gebildet aus drei schweren Balken, der die Turmhaube noch um 7,20 Meter überragte. Die Gesamtlänge dieses Auslegers betrug 13,15 Meter, seine Ausladung aus der Achse des Kaiserstieles 10,55 Meter. Insgesamt war die Konstruktion etwas über 25 Meter hoch, und ihre Spitze lag mehr als 70 Meter über dem Erdboden.

 

Prof. Dr. Arnold Wolff, Dombaumeister a.D.