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Muschelkalk vom Main


Foto: © Prof. Dr. Arnold Wolff
Muschelkalk vom Main

Seit dem Weiterbau des Domes von 1842 ließ Dombaumeister Zwirner den hellen, grobkörnigen Sandstein aus Schlaitdorf im Neckargebiet verarbeiten. Es ist ein in trockener Deposition entstandener Die schlechten Erfahrungen mit Sandstein bewogen Dombaumeister Hertel, für die Restaurierung des Chores den Muschelkalk aus Krensheim bei Lauda zu verwenden. Er und sein Nachfolger Güldenpfennig haben zwischen 1926 und 1940 praktisch das ganze Strebewerk des Chores in diesem Material ersetzt, was sich bald als schwerer Fehler erwies. Schon vor der Beendigung der Maßnahme wurde klar, daß das Material der starken Verwitterungsbelastung am Dom nicht gewachsen war. Zur Zeit erwachsen aus der zusehends stärker werdenden Zerstörung des Muschelkalks bereits ernste Gefahren.



Foto: © Prof. Dr. Arnold Wolff
Verwittertes Kapitell aus Muschelkalk

Dieses Kapitell aus Muschelkalk aus dem Jahre 1928 war schon 1972, als das Photo aufgenommen, stark verwittert. Heute ist seine Form kaum noch erkennbar. Die Dombauhütte erprobt seit 1978 die unterschiedlichsten Schutzmittel, um diesen großen Bauteil zu retten. Bisher gab es jedoch keinen durchschlagenden Erfolg. Seit 1998 wird ein Strebesystem des Chores mit einer neu entwickelten Silikonharzfarbe angestrichen, die den Verwitterungsvorgang wenigstens für einige Jahrzehnte aufhalten soll.

 

Prof. Dr. Arnold Wolff, Dombaumeister a.D.