Bildteppiche nach Entwürfen von Peter Paul Rubens wieder im Dom zu sehen
Am Montag, den 9. April 2018, wurden wie jedes Jahr die Rubensteppiche des Kölner Domes zwischen den Langhauspfeilern des Kölner Domes aufgehängt. Sie sind dort bis zum 16. Mai 2018 zu sehen.

Kölner Dom, Teppichzyklus "Triumph der Eucharistie" nach Entwürfen von Peter Paul Rubens, Mannalese

Die barocken Teppiche wurden von Peter Paul Rubens entworfen und stellen den "Triumph der Eucharistie" dar. Entstanden sind sie in der Brüsseler Manufaktur des Frans van der Hecke. Die Teppiche gehören zu der nur noch in Teilen erhaltenen Barockausstattung des Domchores. Aus konservatorischen Gründen werden sie heute in Depoträumen gelagert. Daher ist der kostbare Teppichzyklus nur wenige Wochen lang für die Besucher des Domes zu sehen.

 

Am Beginn der bewegten Geschichte steht der Stifter Wilhelm Egon von Fürstenberg (1629-1704). Als Fürstbischof von Straßburg strebte von Fürstenberg nun auch nach dem Amt des Kurfürsten und Erzbischofs von Köln. Mit der Schenkung der Teppiche beabsichtigte er die bevorstehende Bischofswahl zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Doch der gewünschte Erfolg blieb ihm versagt: Die Wahl fiel auf den Kandidaten des Papstes, Joseph Clemens von Bayern. Auch der Versuch, die Regentschaft im Erzbistum Köln doch noch mit militärischer Gewalt an sich zu reißen, scheiterte. So flüchtete der Fürstenberger schließlich nach Paris: sein Geschenk aber verblieb in Köln.

 

Ursprünglich bedeckten die Teppiche die gotischen Malereien an den Innenseiten der Chorschranken. Während der Instandsetzung des Domchores 1842 wurden die Rubensteppiche abgenommen, da die Kunst des Barockzeitalters nicht mehr dem Geschmack der Zeit entsprach. In der Folgezeit dienten sie bei Prozessionen als Fußbodenteppiche, bis sie schließlich ganz in Vergessenheit gerieten. Erst eine Ausstellung der Teppiche 1954/55 und ihre grundlegende Restaurierung 1974-1986 rückten sie wieder in das Licht der Öffentlichkeit.

 

Der gesamte Zyklus zeigt u. a. vier alttestamentliche Szenen, die als Vorbilder der Eucharistie gedeutet werden: die "Begegnung Abrahams mit Melchisedech", "Die Mannalese", "Der Prophet Elias vom Engel gespeist" und das "Opfer des Alten Bundes", aber auch aufwändige Triumphzugdarstellungen wie den "Triumph des Glaubens über weltliche Weisheit, Wissenschaft und Natur" und den "Triumph der Kirche über Unwissenheit und Verblendung".

 

Eine ausführliche Beschreibung der Rubensteppiche ist über den Buchhandel und den Verlag Kölner Dom erhältlich: Walter Schulten, Triumph der Eucharistie. Bildteppiche nach Entwürfen von P. P. Rubens, Köln 1986 (Meisterwerke des Kölner Domes 2).

 

Klaus Hardering

Kölner Dom, Langhaus mit Teppichzyklus "Triumph der Eucharistie", Foto 1992

Kölner Dom, Teppichzyklus "Triumph der Eucharistie" nach Entwürfen von Peter Paul Rubens, Begegnung Abrahams mit Melchisedech

Kölner Dom, Teppichzyklus "Triumph der Eucharistie" nach Entwürfen von Peter Paul Rubens, "Triumph der Kirche"

Kölner Dom, Teppichzyklus "Triumph der Eucharistie" nach Entwürfen von Peter Paul Rubens, Mannalese

Hier können Sie direkt die Bilder anfordern
NEWS
25.09.2020
Ausstellungen zu Dombauhütte und Domgrabung virtuell erleben

Traditionell lädt die Kölner Dombauhütte im Rahmen des Tages des offenen Denkmals im September alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür in ihre Werkstätten ein. Dieser musste 2020 ‒ wie so vieles andere ‒ entfallen. Als kleinen Ersatz hat die Dombauhütte nun die Ausstellungen in den Schaudepots auf der Domostseite auch auf ihrer Website www.koelner-dombauhuette.de in der Rubrik Aktuelles und Wissenswertes in zahlreichen Bildern, Texten und einem Video digital erlebbar gemacht. Die Ausstellungen selbst wurden in den vergangenen Wochen um neue Exponate erweitert.

20.09.2020
Dompropst Guido Assmann in sein Amt eingeführt

Zu Beginn des heutigen Hochamts im Kölner Dom ist Msgr. Guido Assmann in sein neues Amt als Propst der Kölner Kathedrale eingeführt worden. Damit übernimmt er den Vorsitz des Kölner Metropolitankapitels, das er künftig nach außen vertritt.

17.09.2020
Großes Domkonzert gedenkt Domkapellmeister Carl Leibl

Alle vier Chöre am Kölner Dom – der Kölner Domchor, der Mädchenchor sowie die Erwachsenenchöre Domkantorei Köln und Vokalensemble Kölner Dom – gestalten am 23. September um 20 Uhr das Große Domkonzert, das jedes Jahr traditionell in Kooperation mit Musikern des Gürzenich-Orchesters Köln stattfindet und im Wechsel von Francois-Xavier Roth, Chefdirigent des Orchesters und Generalmusikdirektor in Köln, und Domkapellmeister Eberhard Metternich dirigiert wird.

15.09.2020
Wiederaufnahme von Führungen in der Domschatzkammer

Nachdem die Kölner Domschatzkammer Anfang Juni 2020 nach einer längeren covid19-bedingten Schließung wieder geöffnet hat, sind seit dem 14. September 2020 unter bestimmten Auflagen auch wieder kleinere Führungen in der Schatzkammer möglich.

14.09.2020
Dreikönigswallfahrt 2020: Pilgern mit Abstand

Auch in diesem Jahr lädt das Domkapitel im Vorfeld des Weihetags der Kölner Kathedrale am 27. September zur Dreikönigswallfahrt ein. Viele der gewohnten Gottesdienste und Angebote finden statt – unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Corona-Bestimmungen und -Hygienevorschriften.