Friedensoratorium im Kölner Dom zum Weltkriegsende vor 75 Jahren
Zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges und den Frieden, der sich im Mai 2020 zum 75. Mal jährt, wird am 7. und am 8. Mai 2020 im Kölner Dom das Oratorium „LUX IN TENEBRIS“ von Helge Burggrabe aufgeführt. Lichtkunst, Chöre, Solisten, Streicher, Percussion und Bibeltexte verschmelzen mit Lyrik, vorgetragen von der Schauspielerin Julia Jentsch, und Bildern des zerstörten Kölner Domes zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Plakatmotiv Lux in Tenerbis. Ein Oratorium für den Frieden © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Margarete Neiteler

„LUX IN TENEBRIS – Licht in der Finsternis – ist ein Friedensoratorium, das Musik und Sprache, Architektur und Lichtkunst vereint“, erklärt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine, der gemeinsam mit Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Schirmherrschaft über das Projekt übernimmt.

 

„2015 ist das Werk von Helge Burggrabe in Hildesheim uraufgeführt worden“, so Kleine weiter. „Mit seiner Aufführung in Köln wollen wir nicht nur an das Kriegsende vor 75 Jahren erinnern, sondern auch jenen historisch einmaligen Frieden feiern, der seit 1945 Europa eint. Und doch ist dieser Friede ein fragiles Gut: In jüngster Zeit bedrohen Populismus und Nationalismus Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in Europa. So will die Aufführung von LUX IN TENEBRIS auch den Blick in die Gegenwart und nach vorne richten: Auf unsere gemeinsame Verantwortung, den Frieden zu erhalten. Mit LUX IN TENEBRIS will der Kölner Dom aus geistlicher Sicht einen Beitrag zum aktuellen gesellschaftlichen Diskurs beisteuern.“

 

Mehr als 150 Künstler wirken an diesem Großprojekt mit, darunter die Chöre am Kölner Dom und die Schola der Berliner Domkantorei, die Gesangssolisten Ingeborg Schilling (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Maximilian Fieth (Tenor) und Manfred Bittner (Bass), dazu Streicher, Bläser, zwei Organisten, Percussionisten. Die musikalische Leitung obliegt Winfried Krane.

 

„Biblische Stationen des Alten und Neuen Testaments werden im Oratorium mit Reflexionen über die spirituelle Dimension von Licht und Finsternis in Bezug gesetzt“, erklärt Domkapellmeister Professor Eberhard Metternich. „Helge Burggrabes besonderes Anliegen ist es, seine Musik in Resonanz mit anderen Kunstformen zu bringen. So wird die Architektur des Domes einbezogen – und in Abstimmung zur Musik und zur Handlung des Oratoriums in verschiedensten Farbnuancen und Farbtemperaturen akzentuiert.“

 

Kostenlose Tickets für die beiden Aufführungen werden zwischen dem 16. und dem 20. März 2020 auf koelner-dom.de verlost. „Für alle, die im Dom selbst nicht dabei sein können, überträgt DOMRADIO.DE das Oratorium am 8. Mai live im Internet und am 7. und am 8. Mai öffentlich vor dem Dom“, erklärt Rainer Tüschenbönner, Leiter des DOMFORUMS und des Katholischen Bildungswerks Köln.

 

Außerdem werde die Aufführung des Friedensoratoriums von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. „Am 9. Mai wird der Journalist Heribert Prantl um 20 Uhr einen Vortrag zu Frieden und Versöhnung, Grundrechten und Demokratie halten – vom Balkon im 1. Stock des DOMFORUMS aus“, so Tüschenbönner weiter. „Anschließend werden – zur Erinnerung und Mahnung – Impressionen der zerstörten Stadt Köln auf die Großleinwand projiziert. Außerdem finden an den beiden Konzerttagen jeweils von 14 Uhr bis 17 Uhr Werkseminare von Helge Burggrabe und Angela Krumpen in der Minoritenkirche statt. Und auch die Multiplikator*innen-Schulung ‚Wir übernehmen Verantwortung!‘ im Zentrum Groß St. Martin am 8. Mai und 9. Mai steht ganz im Zeichen der Friedensarbeit.“

 

Weitere Informationen zu LUX IN TENEBRIS finden Sie hier.

 

Plakatmotiv Lux in Tenerbis. Ein Oratorium für den Frieden © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Margarete Neiteler

Hildesheim, Mariendom, Die Premiere von LUX IN TENEBRIS in Hildesheim © Ina Funk

Der Komponist des Oratoriums: Helge Burggrabe © Sibylle Zettler

Köln, Dom, Langhaus, Mittelschiff und Chor mit Kriegszerstörungen, Innenansicht nach Osten © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte

Köln, Dom und Domumgebung im Zweiten Weltkrieg mit zahlreichen Kriegszerstörungen © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte

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