LUX IN TENEBRIS - Video erinnert an Kriegsende vor 75 Jahren
Eigentlich sollte gestern und heute Abend das Friedensoratorium LUX IN TENEBRIS im Kölner Dom an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Wegen der Corona-Pandemie mussten die beiden Aufführungen abgesagt werden. Die Domkantorei Köln bringt in einem Video einen achtstimmigen Titel aus dem Werk zum Klingen.

Seinem Dirigat sollten gestern und heute eigentlich rund 150 Musikerinnen und Musiker im Kölner Dom folgen. In dem Video, das die Kölner Dommusik heute veröffentlicht, steht Chordirektor Winfried Krane nun auf dem leeren Chorpodest im Kölner Dom – um dort einen virtuellen Chor anzuleiten. Ihre Stimmen haben die Mitglieder der Kölner Domkantorei jeweils allein vor der heimischen Webcam eingesungen. 

 

„Lux in Tenebris“: Die Motette aus dem gleichnamigen Friedensoratorium von Helge Burggrabe wäre heute Abend eigentlich live im Dom erklungen – zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges und zur Würdigung des Friedens, der seither in Europa herrscht.  

 

„Das ‚Licht in der Finsternis‘, das den damals schwer beschädigten Dom erleuchtete, hat zum Ausdruck gebracht: Es geht weiter. Wir haben eine Zukunft, mit Gott und miteinander“, sagt Dom- und Stadtdechant Robert Kleine. „Die Motette, die im Video als kleiner Auszug aus dem Oratorium zur Aufführung gebracht wird, kann uns Mut machen im Rückblick auf das, was geworden ist in den 75 Jahren der Demokratie in unserem Land und in Europa. Sie kann uns ermutigen, wachsam zu bleiben – und darauf zu achten, dass die gesellschaftlichen Strömungen, die damals den Krieg befördert haben, in unserem Land nie mehr eine Chance bekommen dürfen.“ Er freue sich, so der Domdechant weiter, dass diese Botschaft – wenn auch in komprimierter Weise – durch das Video vom Kölner Dom in die Welt ausstrahlt. 

  

„Auch wenn die Botschaft mit Bildern der Zerstörung aus Köln kommt, darf nicht vergessen werden, wie sehr auch andere Städte Europas zugerichtet waren“ ergänzt Winfried Krane. „Daher lässt sich 2020 die Tragödie des Zweiten Weltkrieges mit der zugrunde liegenden Kain-und-Abel-Erzählung verknüpfen. Der 8. Mai ist als Gedenktag zur Befreiung aller Menschen guten Willens zu verstehen.“ 

 

Die Aufführung des Friedensoratoriums LUX IN TENEBRIS im Kölner Dom wird im Mai 2021 nachgeholt.

 

Video der Kölner Dommusik.

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