Vom Geschenk des lebendigen Wassers
Domsingschüler bereiten sich auf ihre Erstkommunion im Kölner Dom vor

Im Mai war die Erstkommunionfeier der Domsingschule coronabedingt ausgefallen. Nun wird sie am kommenden Wochenende in zwei Messen nachgeholt. An diesem Samstag erinnerte Schulseelsorger Burkhard Hofer in einem eigenen Gottesdienst an die Taufe.

 

„Wir feiern heut’ ein Fest und kommen hier zusammen, wir feiern heut’ ein Fest und laden alle ein…“ Die Freude der 42 Kommunionkinder der Kölner Domsingschule ist ungetrübt, als sie zu Beginn ihres Tauferinnerungsgottesdienstes gemeinsam mit Schulseelsorger Burkhard Hofer fröhlich dieses Lied anstimmen. Auch wenn ihre ursprünglich für Mai geplante Erstkommunion nun erst am nächsten Wochenende mit vier Monaten Verspätung stattfindet und wegen der Abstandsregeln jede Klasse für sich den großen Tag zelebrieren wird, es von daher zwei Durchläufe – einen am Samstag- und einen am Sonntagmittag – geben muss, tut das der Stimmung keinen Abbruch. 

 

An diesem Samstag sind jedenfalls beide vierten Schuljahre noch einmal zusammengekommen, um sich in großer Gemeinschaft und über den ganzen Dom verteilt – jeder Familie ist eine eigene Bank zugewiesen worden – an den ersten wichtigen Schritt auf ihrem Glaubensweg zu erinnern: an das Sakrament der Taufe, bei dem noch die Eltern zusammen mit den Paten für ihre Kinder entschieden haben. Nun aber sollen die Kommunionkinder selbst ihr „Ja“ sprechen und ein ganzes Stück eigenständiger einen weiteren Schritt auf den Empfang der Eucharistie hin gehen. So erklärt es Hofer anschaulich der Gemeinde.

 

Im Zentrum des festlichen Wortgottesdienstes steht daher auch das persönlich abgelegte Glaubensbekenntnis der Kinder, mit dem der Seelsorger am Ende einer ungewöhnlich langen Vorbereitungszeit noch einmal auf das Fundament, die wesentliche Voraussetzung für den zweiten Schritt hinaus will. Doch zuvor dankt er allen Eltern, dass sie ihr Kind bisher auf diesem Weg begleitet haben, damit nun der „nächste Meilenstein“, wie Hofer das nennt, überhaupt möglich wird. In seiner Katechese spricht er über die Bedeutung des Wassers, mit dem einst jeder Täufling gesegnet wurde. Vor allem aber betont er dessen Lebensnotwendigkeit für den Menschen, der ohne Wasser nicht existieren könne. 

 

Deutlich macht er das an der Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen, die Hofer eigens für diese Feier ausgewählt hat. Im Gespräch mit der Samariterin, so heißt es in diesem Evangelium, sagt Jesus: „Wer von dem Wasser aus diesem Brunnen trinkt, der wird wieder durstig. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird in Ewigkeit keinen Durst mehr haben. Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle, deren Wasser ins ewige Leben fließt.“

 

Jesus spreche vom „lebendigen Wasser“, vom Wasser des Lebens, das er jedem Menschen schenke, macht der Seelsorger den Kindern klar, und meine damit sich selbst. „Er ist auf die Welt gekommen, um uns Menschen ‚ein Leben in Fülle’ zu schenken; also ein Leben, das nicht in Gefahr ist, das uns gut und glücklich leben lässt.“ Mit einem Leben in Fülle werde auch das ewige Leben bezeichnet, erläutert Hofer. Zu einem „Leben in Fülle“ gehöre alles das, was jeder ganz nötig habe. 

 

„Dabei geht es um nichts, was man kaufen kann und was neuen Durst macht, wie zum Beispiel ein Spielzeug, zu dem man sich immer wieder eine Erweiterung oder Ergänzung besorgen kann.“ Jesus schenke vielmehr die unbezahlbaren Dinge, die nicht käuflich zu erwerben seien: Mut und Hoffnung, Freude und Geborgenheit, Liebe und Vertrauen, Freundschaft und Vergebung, Trost und Auferstehung und noch vieles mehr… Und so viel von allem, „dass wir von diesem ‚Wasser’ anderen noch abgeben können, ja, dass sogar in uns eine Quelle lebendigen Wassers sprudelt“. 

 

Letztlich bedeute die Geschichte der Frau am Jakobsbrunnen nichts anderes, als „dass Jesus für uns Christen so wichtig ist wie Wasser zum Leben. Er schenkt uns alles, was wir wirklich brauchen.“ Sich an die Taufe zu erinnern bedeute demnach, sich an die Zusage Gottes zu erinnern: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter. An dir habe ich Gefallen gefunden.

 

„Ich hoffe, dass wir alle das in unserem Leben spüren“, gibt Hofer den Kommunionkindern und ihren Familien abschließend mit auf den Weg, „dass Gott bei uns ist und uns all das schenkt, was wir uns eben nicht so einfach kaufen können.“ Dass Jesus für jeden Einzelnen zum Wasser des Lebens werde und folglich niemand mehr Durst leide.

 

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