„Menschen mit Gott in Berührung bringen“ – Pfarrer Jörg Stockem als Domvikar eingeführt
Die Domseelsorge bekommt Verstärkung. Von nun an wird der ehemalige Pfarrer aus Bornheim-Roisdorf die Aufgaben übernehmen, die zuvor Domdiakon Witte innehatte. Dompropst Assmann hieß den neuen Mitarbeiter an diesem Sonntag im Kapitelsamt herzlich willkommen.

„Man kann mit Gott immer noch Abenteuer erleben“, stellt Pfarrer Jörg Stockem fröhlich fest. Eigentlich habe er immer Landpfarrer werden wollen. „Ich hätte nie gedacht, dass man mich ausgerechnet an den Dom berufen würde. Aber hier kann man scheint’s auch einen Pastor gebrauchen.“ Die erste „Schicht“ als Beichtvater hat der 46- Jährige an diesem Wochenende bereits absolviert. Beeindruckt zeigt er sich von der Tatsache, dass in der Großstadt offensichtlich andere Regeln gelten und die Menschen hier in die Kathedrale zum Empfang des Bußsakramentes „in Scharen“ kommen würden. Das ist er aus seinem Seelsorgebereich An Rhein und Vorgebirge, wo er die letzten sieben Jahre Leitender Pfarrer war, nicht unbedingt gewohnt. Und überhaupt, so vermutet er jetzt schon, werde manches zwar am Dom vertraut, vieles aber auch ganz anders sein als in der Pfarrseelsorge: Jedenfalls habe er nun zahlreiche Mitbrüder mit sehr unterschiedlichen Zuständigkeiten, sagt er. Da müsse er sich erst einmal zurechtfinden und sein neues Arbeitsfeld nach und nach kennenlernen. Doch darauf freue er sich – am meisten aber auf die Menschen, die am und im Dom arbeiteten und dieses Gotteshaus als ihre geistliche Heimat betrachteten. „Schließlich ist dieser Dienst am Dom etwas ganz Besonderes und diese Kirche auch eine große Wallfahrtskirche“, findet Stockem.

 

An diesem Sonntag ist der ehemalige Bornheim-Roisdorfer Seelsorger als Domvikar feierlich von Dompropst Guido Assmann in sein Amt eingeführt worden. Dafür hat Stockem zunächst in der Kapitelskapelle der Sakristei die „Professio fidei“ abgelegt und gelobt „treu und gewissenhaft“ Sorge für die Feier der Liturgie der Kirche zu tragen, aber auch für die Seelsorge an den Gläubigen. Im Anschluss hat er sein Treueversprechen gemeinsam mit dem Dompropst, dem Domdechanten Msgr. Robert Kleine und dem Domzeremoniar Tobias Hopmann unterzeichnet.

 

Vor der Gemeinde – im Kapitelsamt, das Weihbischof Rolf Steinhäuser zelebriert – heißt ihn Dompropst Assmann dann auch offiziell als neuen Mitarbeiter im Dom willkommen, wo er, wie der Hausherr des Domes betont, Jesus Christus nun an anderer Stelle diene. Dann verliest Assmann die Ernennungsurkunde zum Domvikar im Namen von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, mit der dieser auch seine Glück- und Segenswünsche für das neue Amt Stockems verbindet. Dem Mitbruder zugewandt fügt Assmann persönlich hinzu: „Mag dieser Dienst Sie erfüllen, mag die Freude am Glauben für die Menschen ansteckend sein, und mögen gerade in den Sakramenten der Eucharistie, der Messfeier und im Beichtsakrament viele Menschen durch Ihren Dienst mit Gott in Berührung kommen.“ Dann legt er dem neuen Domvikar die schwarze Mozetta um und weist ihm seinen zukünftigen Platz im Chorgestühl zu.

 

Neben festen Messzeiten wird der neue Domvikar aber auch außerhalb der Liturgie pastorale Aufgaben übernehmen, wie sie vor ihm Domdiakon Raimund Witte innegehabt hatte. Dazu gehören unter anderem die Betreuung der Lektoren, der Kommunionhelfer, des Domehrendienstes und der Gebetswache sowie die Vorbereitung und Durchführung der Martinsfeier und der Sternsingeraktion. Außerdem wird Stockem gemeinsam mit Schulseelsorger Burkhard Hofer den neuen Firmkurs der Sängerinnen und Sänger aus den Domchören begleiten und darüber hinaus immer auch Ansprechpartner für seelsorgliche Gespräche aller Art sein.

 

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