Dombauhütte Köln freut sich über den Eintrag des Bauhüttenwesens in das UNESCO-Register Guter Praxisbeispiele
Am Donnerstag, den 17. Dezember 2020, wurde das Bauhüttenwesen durch den zwischenstaatlichen Ausschuss der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe in das Register Guter Praxisbeispiele aufgenommen. Die Bewerbung war von 18 Bauhütten aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Österreich und der Schweiz eingereicht worden.

Münsterbauhütte Freiburg © Claudia Tabori.

In einer gemeinsamen Presseerklärung und auf einer eigens neu eingerichteten dreisprachigen Website (www.bauhuetten.orgwww.ateliersdecathedrales.orgwww.cathedral-workshops.org) stellen die 18 beteiligten Bauhütten sich, das Bauhüttenwesen und ihren gemeinsamen Weg zur Eintragung in das Register Guter Praxisbeispiele in Text, Bild und Film vor. 

 

Dombaumeister Peter Füssenich freut sich über die Entscheidung der UNESCO: "Wir sind für die internationale Anerkennung, die unsere Tätigkeit durch die Eintragung des Bauhüttenwesens in das Register Guter Praxisbeispiele erhält, dankbar. Die europäischen Bauhütten können auf eine bis in das 12. Jahrhundert reichende Tradition zurückblicken. Im Mittelalter entstanden sie, um die gewaltigen gotischen Kathedralen und andere Großkirchen, die ausgehend von Frankreich in ganz Europa in den Himmel wuchsen, zu errichten. Dabei gingen sie oft an die Grenzen des technisch Möglichen. Sie begannen Unternehmungen, von denen sie wussten, dass es viele Generationen brauchen würde bis sie Wirklichkeit werden. Heute sorgen die Bauhütten mit ihrem handwerklichen und restauratorischen Wissen und Können dafür, dass diese kühnen aber gegenüber Naturgewalten und Schadstoffen auch empfindlichen Denkmäler der Nachwelt erhalten bleiben. Bis heute stehen die Bauhütten in der Tradition ihrer mittelalterlichen Vorläufer und geben ihr unschätzbares Fachwissen und ihre Traditionen von Generation zu Generation weiter. Handwerker der verschiedensten Gewerke, Restauratoren, Architekten, Archäologen und Kunsthistoriker arbeiten eng vernetzt zusammen, um die herausragenden Bauten künftigen Generationen zu bewahren. Von Vorteil ist es dabei, dass die Mitarbeiter, die über viele Jahre für ein Bauwerk arbeiten und sich mit diesem geradezu identifizieren, neu auftretende Probleme am Bau sofort erkennen und kleine Mängel schnell beheben können, ehe sie zu größeren Schäden heranwachsen. Traditionelles Wissen steht wie bereits im Mittelalter neben Innovation. Diese ist heute vor allem gefragt, wenn es darum geht, neue Wege zur Konservierung der historischen Baumaterialien auszuloten. Die Bauhütten stehen auch international in einem regen wissenschaftlichen und handwerklichen Austausch, um von dem Wissen und den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Der länderübergreifende Austausch zwischen den Bauhütten ist bei unseren Bauhütten gut geübte Praxis. Wir arbeiten eng zusammen und tauschen uns über unsere Erfahrungen aus. Wir haben keine Berufsgeheimnisse vor einandern und verstehen uns nicht als Konkurrenz, sondern lernen voneinander. Auch mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen besteht eine rege Zusammenarbeit.“

 

Auch Dompropst Msgr. Guido Assmann freut sich über die Entscheidung des zwischenstaatlichen Ausschusses der UNESCO: „Ich bin immer wieder beeindruckt von der Leidenschaft, Akribie und Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Dombauhütte, wenn ich ihnen in ihren Werkstätten oder auf den Baustellen am Dom über die Schulter schauen darf. Das Wissen, das in der Kölner Dombauhütte über Jahrhunderte weitergegeben und stetig vertieft und aktualisiert wird, kann man nicht genug wertschätzen. Durch die Vision und das Know-how von Bauleuten ist in Köln eine vollkommene Kathedrale erdacht und vollendet worden. Und Bauleute sind es, die sie bis heute pflegen und stetig erneuern. Nun ist das Bauhüttenwesen als Immaterielles Kulturerbe in das Register Guter Praxisbeispiele aufgenommen worden. Ich freue mich mit allen, die sich dafür stark gemacht haben, und nehme es zum Anlass, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Dom- und Münsterbauhütten für ihren unschätzbaren Dienst zu danken und weiterhin Gottes Segen zu wünschen.“

 

Münsterbauhütte Freiburg © Claudia Tabori.

Münsterbauhütte Freiburg © Claudia Tabori.

Der mittelalterliche Domkran auf dem Südturmstumpf unmittelbar vor seinem Abbruch 1868. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, Anselm Schmitz.

Die Kölner Dombauhütte auf der Südseite des Kölner Domes im Jahr der Domvollendung, 3. April 1880. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, Th. Creifelds.

Zimmerleute der Kölner Dombauhütte beim Abrüsten der Türme, 1881. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, Anselm Schmitz.

Steinmetz Wolfgang Küpper. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

Versetzsteinmetze Daniel Schubert und Michael Schlig beim setzen einer Kreuzblume am Nordturm. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, M. Unkelbach.

Glasrestaurator Günther Hettinger. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

Schreiner Herbert Reuter. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

Domschmied Thomas Hecker. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

Steinbildhauerin Uta Tröger. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, M. Unkelbach.

Gerüstbauer der Kölner Dombauhütte bei der Abnahme des Hängegerüstes am Südostpfeiler des Nordturmes 2013. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, M. Unkelbach.

Steinmetz Markus Schroer. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

Dachdecker Tobias Ohligschläger. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

Kunstglaser Ralph Wolter. © Hohe Domkirche, Dombauhütte, J. Rumbach.

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Zum Ende des vergangenen Jahres ist im Verlag Kölner Dom die 85. Folge des Kölner Domblattes, des Jahrbuches des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV), erschienen. Es ist dem Andenken an den ehemaligen Kölner Dombaumeister Arnold Wolff gewidmet, der am 24. Dezember 2019 verstarb.

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Die Gottesdienste finden am Dreikönigstag im Kölner Dom in gewohnter Weise statt, allerdings entfällt die übliche Prozession am Ende der Liturgien coronabedingt. Ebenso die Öffnung des Schreins.

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