Neuerscheinung: Der Kölner Dom und ›die Juden‹. Ein thematischer Rundgang
Im Kölner Domverlag e. V. ist anlässlich des 1.700-jährigen Jubiläums jüdischen Lebens in Köln ein thematischer Rundgang zum Themenkreis »Der Kölner Dom und ›die Juden‹« erschienen. Der vom Kölner Metropolitankapitel und auf Anregung der Arbeitsgruppe »Der Kölner Dom und ›die Juden‹« herausgegebene Band enthält Texte von Matthias Deml, Dombaumeister Peter Füssenich, Dr. Klaus Hardering, Dr. Joachim Oepen und Harald Schlüter. Den Texten sind Geleitworte von Dompropst Msgr. Guido Assmann sowie von Bettina Levy und Abraham Lehrer vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln vorangestellt. Die 40-seitige Publikation mit 40 farbigen Abbildungen ist zu einem Preis von 4,50 € im Kölner Domshop, im Buchhandel sowie im Kölner Domverlag erhältlich.

Sowohl das Judentum als auch das Christentum können auf eine mindestens 1.700-jährige Geschichte in der Stadt Köln zurückblicken. Wie kein anderes Bauwerk spiegelt die Ausstattung des Domes das ambivalente Verhältnis der christlichen Mehrheitsbevölkerung zur jüdischen Gemeinde im hohen und späten Mittelalter. Es entwickelte sich von Duldung und einem mehr oder weniger friedlichen Nebeneinander hin zu einer zunehmenden Ausgrenzung und offenen Feindseligkeit und gipfelte schließlich im blutigen Pogrom von 1349 und in der Vertreibung der Juden aus der Stadt 1424. Neben Kunstwerken des Domes, die sich die jüdische Überlieferung aneignen und christlich deuten, damit aber auch auf die jüdischen Wurzeln des Christentums verweisen, steht das durchaus nicht selbstlos erteilte Judenprivileg des Erzbischofs Engelbert II. von Falkenburg. Daneben finden sich im Dom zahlreiche offen feindselige, diffamierende und polemische Darstellungen. Sie zeugen von einem ausgeprägten christlichen Antijudaismus, der in zahlreichen Pogromen mündete und eine wesentliche Quelle für den späteren Antisemitismus bildet. Auch aus dem 19. und 20. Jahrhundert finden sich im Dom neben Stiftungen, die vom regen Anteil jüdischer Bürger an der Domvollendung erzählen, noch Bildwerke, die abwertende judenfeindliche Stereotype und Klischees wiederholen.

 

Die katholische Kirche fühlt sich einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Erbe verpflichtet. Der vorliegende thematische Rundgang will die Forschungen der vergangenen Jahre einem breiten Publikum erschließen und es für die Thematik sensibilisieren.

 

Das Buchprojekt wurde finanziell durch das Metropolitankapitel der Hohen Domkirche und das Erzbistum Köln unterstütz.

 

Mit der vorliegenden Publikation tritt der 1975 durch den damaligen Dombaumeister Arnold Wolff unter dem Namen Verlag Kölner Dom e. V. gegründete Verlag erstmals unter seinem neuen Namen Kölner Domverlag e. V. und mit neuen Logo auf. Die Namensänderung und das neue Logo sind Ergebnis des Markenprozesses am Dom. Damit soll die enge Verbundenheit des Verlages zur Hohen Domkirche noch besser als bisher zum Ausdruck gebracht werden.

 

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News
15.09.2021
Tag der offenen Tür in der Kölner Domsingschule

Herzliche Einladung am Samstag, den 25. September und den 30. Oktober 2021 von 11 bis 13 Uhr.

13.09.2021
„Musik gibt Halt im Glauben“ – Kirchenmusikerin übernimmt Assistenz beim Kölner Domchor

Eine junge Frau, die mit einem Knabenchor arbeitet? Das ist eher selten, in der Kölner Dommusik aber möglich und sogar gewollt. Erste Erfahrungen hat Anna Goeke zuvor als Assistentin des Mädchenchores gesammelt. Nun hat sie den direkten Vergleich.

09.09.2021
Ausstellung "Der Dom und >die Juden<" ab sofort im Kölner Dom zu sehen

Die Ausstellung "Der Kölner Dom und ›die Juden‹. Zur christlichen Sicht auf das Judentum", deren Stelen in den Sommermonaten im Foyer des Domforums besichtigt werden konnten, ist ab sofort bis zum Ende des Jahres außerhalb der liturgischen Zeiten im Dreikönigensaal des Kölner Domes zu sehen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den jüdischen Wurzeln des Christentums ebenso wie mit dem christlichen Antijudaismus, der über viele Jahrhunderte zu Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden geführt hat.

09.09.2021
Dreikönigswallfahrt 2021: Geistliche Führungen und besondere Gottesdienste

Auch in diesem Jahr lädt das Domkapitel im Vorfeld des Weihetags der Kölner Kathedrale am 27. September zur Dreikönigswallfahrt ein. Traditionell führt in diesen Tagen ein besonderer Pilgerweg durch den Dom: Am Heiligen Christophorus und an der Mailänder Madonna vorüber zum Dreikönigsschrein, dann zum Gerokreuz, zur Schmuckmadonna und zur Kapelle der Barmherzigkeit. Darüber hinaus wird die Wallfahrt von zahlreichen Gottesdiensten, geistlichen Führungen und musikalischen Impulsen geprägt.

07.09.2021
„Zu keiner Zeit aktueller als gerade jetzt“ – Großes Domkonzert mit Haydns „Schöpfung“

Aufatmen bei der Kölner Dommusik: Nach einem Jahr coronabedingter Zwangspause findet im Dom endlich wieder ein großes Konzert statt. Es singen Jugendliche aus dem Kölner Domchor und dem Mädchenchor am Kölner Dom. DOMRADIO.DE überträgt live.