Baptisterium - Becken der Taufkapelle

Das etwa 2 m weite Becken mit einschwingenden Wänden gehört seiner Form nach ins 5./6. Jahrhundert. Es ist über die innen liegenden Stufen rechts und links zu durchschreiten. Diese Besonderheit weist es als christliche Taufanlage aus. In deren Mitte stehend wurden die Täuflinge mit Wasser übergossen. Das Becken ist mit einem wasserfesten Mörtel ausgekleidet. Unten rechts ist im freigelegten Fundamentbereich der Wasserabfluss noch zu sehen.

Unterhalb des als <LEX>Piscina</LEX> bezeichneten Beckens liegen Reste einer vermutlich achteckigen Vorgängeranlage, zu welcher der Estrich am unteren Bildrand gehört.

Die Piscina war ehemals von einem kreuzförmigen <LEX>Baptisterium</LEX> umgeben, das inmitten der römisch-frühmittelalterlichen Wohnbebauung lag.

Nach der Auffindung 1866 wurde das Becken mit Ziegelwänden und einem -gewölbe umgeben. Das ist einer der ältesten Schutzbauten für archäologische Ausgrabungen in Deutschland.

2016 wurde der nach Entwürfen des Münchener Architekturbüros Allmann Sattler Wappner Architekten neugestaltete Vorraum zum Baptisterium eingeweiht. Er öffnet sich über eine Panoramascheibe und ein Bronzegitter weit zur Stadt. Der Raum selbst ist mit gefalzten Bronzeplatten verkleidet, die eine Reminiszenz an die ehemaligen Vorhänge des Taufbeckens sind. Die Lichtinstallation »zwei, drei Szenen für das Baptisterium« schuf Mischa Kuball.

Ulrich Back