Als maßgeblichem Initiator des gotischen Domneubaus stand Konrad von Hochstaden ein Begräbnisplatz an herausragender Stelle zu. Schon bald nach seinem Tode 1261 wurde ihm daher inmitten der Achskapelle ein prächtiges Hochgrab errichtet, dessen Tumba ebenso wie die Liegefigur aus Bronze bestand. Als der Dreikönigenschrein 1322 in der Achskapelle Aufstellung fand, wurde das Hochstaden-Grab in die benachbarte Johanneskapelle versetzt. Nur die Deckplatte und die Liegefigur überstanden den Ansturm der französischen Revolutionstruppen. Für sie ließ Dombaumeister Zwirner eine neue Steintumba mit Figuren des Bildhauers Christian Mohr errichten. Dargestellt sind die Teilnehmer der Grundsteinlegung von 1248.

Nur in unwesentlichen Teilen ergänzt - rechte Hand, Bischofsstab und Füße - ist die offenbar kurz nach 1261 entstandene Liegefigur des verstorbenen Erzbischofs erhalten geblieben, die als das bedeutendste Bronzewerk des 13. Jahrhunderts in Deutschland bezeichnet werden kann. Sie zeigt Konrad von Hochstaden jenseits aller Porträtgenauigkeit in jugendlich idealisierter Schönheit. Auch Körperhaltung und Faltenstil der Gewänder verraten den Einfluß französischer Portalplastik und weisen die Liegefigur Konrads als erste gotische Skulptur in Köln aus. Die ebenfalls in Bronze gegossene, rahmende Maßwerkarkade in gotischen Formen wurde 1845 von Dombaumeister Zwirner ergänzt.
Dr. Klaus Hardering, Kunsthistoriker