Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: M. Unkelbach
Auf Beschluß des Domkapitels wurde zwischen 1767 und 1770 der Binnenchor in barockem Sinne nach einem Plan des Lütticher Architekten Etienne Fayn neu gestaltet. Dieser Barockisierung fiel ein Teil der mittelalterlichen Ausstattung zum Opfer (Dreisitz, Lesepult, Sakramentshaus, Gitter). Prachtvolle, ehemals farbig gefaßte, heute schwarz gestrichene Rokokogitter trennen den Umgang vom Binnenchor ab. Der Hochaltar wurde mit einem auf sieben Säulen ruhenden, das Haus der Weisheit symbolisierenden Altartabernakel überbaut, das rechts und links von monumentalen hölzernen Sitzfiguren der Dompatrone Petrus und Maria begleitet war. Kleinere Nebenaltäre ergänzten die barocke Inszenierung. Die gesamte Barockausstattung, mit Ausnahme der Chorgitter, wurde 1895 als späteste Maßnahme der historistischen Rückverwandlung des Domes in ein für mittelalterlich gehaltenes Erscheinungsbild abgeräumt und in die Domdepots verbracht. Dort ist fast alles noch vorhanden, könnte also wieder aufgestellt werden. Vom Glanz dieser Ausstattung zeugen nur noch die Entwürfe im Dombauarchiv und einige Photos aus dem 19. Jahrhundert.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker