Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Das über vier Meter hohe Ölgemälde mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens wurde von dem spätnazarenischen Maler Friedrich Overbeck im Auftrag des Düsseldorfer Kunstvereins im Jahr 1855 vollendet. Es schmückte ursprünglich den von Ernst Friedrich Zwirner entworfenen neugotischen Altar der Marienkapelle, der 1949 abgebrochen wurde und an dessen Stelle heute der Altar der Stadtpatrone von Stefan Lochner steht. Overbeck hat die unter dem Einfluß der katholischen Erneuerungsbewegung des 19. Jahrhunderts entstandene Himmelfahrt Mariens mit Motiven der Immaculata Conceptio (Unbefleckte Empfängnis) verbunden. Über dem leeren Grab Mariens, um das sich die Aposteln versammeln, schwebt die Gottesmutter in der Mandorla, die von acht Engeln umrahmt wird. Die Einbeziehung der Stammväter und Propheten, Könige und Frauen des Alten Testamentes in der mittleren Zone des Bildes, ist für die Darstellung einer Himmelfahrt Mariens untypisch. Sie gehören zum inhaltlichen Programm vor allem barocker Immaculata-Darstellungen, da ihre Worte und Taten als Ankündigung der Unbefleckten Empfängnis verstanden wurden.
Dr. Leonie Becks, Kunsthistorikerin