Vermutlich um 1400 stiftete die Kölner Kannengießerzunft einen Kerzenbalken, der ursprünglich wohl im südlichen Eingangsbereich des mittelalterlichen Chores angebracht war.
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk

Im Zuge der barocken Umgestaltung des Kölner Domes im 17. Jahrhundert (Einbringung der Chorabschlußgitter) wurde der Zunftbalken an die Nordseite der Marienkapelle versetzt. Der mit Malereien geschmückte, mittelalterliche Balken wurde hierbei barock ummantelt, das spätgotische Kerzengitter mit barocker Inschrift und einem Wappenschild der Zunft versehen. An dem Gitter sind fünf Halterungen für Kerzen angebracht, die offenbar jährlich von der Bruderschaft erneuert wurden.

Der seit August 1994 wieder am nordwestlichen Ende der Marienkapelle angebrachte mittelalterliche Kannengießerbalken wurde erst 1949 innerhalb einer barocken Ummantelung entdeckt, auf der noch heute das spätgotische Kerzengitter befestigt ist. Auf seiner der Marienkapelle zugewandten Seite zeigt der Balken 13 Szenen aus dem Marienleben: Ausgehend von der Verkündigung an Maria erzählt der Zyklus vor allem die Ereignisse aus der frühen Kindheit Christi und schließt mit Tod und Krönung Mariens. Die in Teilen reduzierten Malereien werden der Kölner Malerschule aus der Zeit um 1400 zugerechnet.
Birgit Lambert, M.A., Kunsthistorikerin
Detailansichten
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Verkündigung

Das Evangelium nach Lukas 1, 26 - 38
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Anbetung der Heiligen Drei Könige

Das Evangelium nach Matthäus 2, 1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten:
Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.
Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:
Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.
Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.
Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.
Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Taufe Christi im Jordan

Das Evangelium nach Matthäus 3, 13-17
Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müßte von dir getauft werden, und du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Laß es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Tod Mariens
Verkündigung
Anbetung der Heiligen Drei Könige
Taufe Christi im Jordan
Tod Mariens