Älteres Bibelfenster

In einer Folge aufeinander abgestimmter Bildpaare führt es dem Betrachter die heilsgeschichtliche Verknüpfung von Altem und Neuem Testament vor Augen. Die Bilder der rechten Bahn sind in ein Rankengeflecht eingebettet und zeigen das neutestamentliche Erlösungsgeschehen von der Geburt Mariens bis zur Himmelfahrt Christi, umrahmt von alttestamentlichen Propheten. Diesen christologischen Szenen stehen in der linken Bahn ausgewählte Ereignisse des Alten Testamentes, sogenannte 'typologische' Bilder, gegenüber.

‘Typós’, griechisch, bedeutet ‘Urbild, Abbild’. Die typologische Bibelauslegung, die schon bei Paulus zu finden ist, setzt die heilsgeschichtliche Einheit beider Testamente voraus. Das Neue Testament wird als Erfüllung dessen gedeutet, was im AltenTesament bereits angekündigt ist. So werden Personen oder Ereignisse des Alten Bundes (‘Typen’, ‘Präfigurationen’) auf Christus und das Erlösungsgeschehen des Neuen Bundes (‘Antitypen’) bezogen und als von Gott gesetzte Zeichen für die kommenden Heilsereignisse gedeutet.
Dr. Ulrike Brinkmann, Kunsthistorikerin