Ab 1. März 2017 gelten folgende Regelungen:
Für den Dom gilt ein striktes Verbot für das Mitführen von großen Koffern, Reisetaschen, Wanderrucksäcken. Handgepäck bleibt erlaubt (Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer).
Das Mitführen von eigenen Sitzgelegenheiten (z. B. Klappstühle) ist nicht gestattet.
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News

10.04.2019

Mit Greifvögeln gegen die Domtauben

Köln, Dom, Roncalliplatz, Falkner Marco Wahl mit seinem afrikanischen Lannerfalken vor

Um die Tauben am Kölner Dom nachhaltig zu vertreiben, setzt die Dombauhütte auch auf tierische Helfer: Berufsfalkner Marco Wahl lässt alle vier bis fünf Wochen seine Greifvögel über der Kathedrale kreisen.

Als christliches Symbol stehen Tauben einem Kirchengebäude eigentlich gut zu Gesicht, symbolisieren sie in künstlerischen Darstellungen doch den Heiligen Geist, Liebe, Frieden und Versöhnung.

 

Reale Tauben stellen für Gotteshäuser wie den Kölner Dom dagegen ein Problem dar: Tauben sind potenzielle Hygiene- und Bautenschädlinge. "Der Kot von Tauben verunreinigt den Kölner Dom", erklärt Dombaumeister Peter Füssenich. "Sein Säuregehalt beschleunigt darüber hinaus die Verwitterung der Bausubstanz. Schließlich sind Taubenfäkalien auch eine ideale Brutstätte für Parasiten."

 

Um den Hinterlassenschaften Herr zu werden, hat die Dombauhütte viele Bereiche der Kathedrale bereits mit Schutznetzen und Spikes gesichert. An anderen Stellen des Bauwerks werden den Tauben bewusst gepflegte Nistplätze angeboten. "Diese auf einander abgestimmten Maßnahmen sollen Tauben einerseits von vielen Gebäudeteilen fernhalten, andererseits behutsam den Maßgaben des Tierschutzes Rechnung tragen", ergänzt der Dombaumeister.

 

Auch Greifvögel haben am Kölner Dom immer wieder dazu beigetragen, Tauben abzuschrecken: Agrippina und Arnold hieß das allererste Wanderfalken-Pärchen, das der vor kurzem verstorbene "Domfalkner" Claus Doering 1979 auf dem Kölner Dom angesiedelt hat. Viele Nachkommen folgten, doch inzwischen kommt der Nordturm als Nistplatz nicht mehr infrage, weil er für Restaurierungsarbeiten teilweise eingerüstet ist. Deshalb sind die einstigen Domfalken mittlerweile auf den benachbarten Turm von Groß St. Martin ausgewichen.

 

Um die Domtauben wieder auf ganz natürliche Weise zu verjagen, kommt neuerdings der Berufsfalkner Marco Wahl in regelmäßigen Abständen an den Dom. Wahl betreibt eine Falknerei im Tierpark Niederfischbach, ist aber mit seinen Greifvögeln auch häufig auswärts unterwegs. So arbeitet der Berufsfalkner am Flughafen Köln/Bonn für die 'Bird Control', die präventiv gegen Vogelschlag vorgeht.

 

Über dem Dom lässt Wahl unter anderem seinen afrikanischen Lannerfalken "Jambo" oder einen seiner Wüstenbussarde kreisen. "Durch die bloße Anwesenheit eines Greifvogels fühlen sich Tauben und andere Wildvögel bedroht", erklärt er. "Das wiederholte Auftreten eines Greifvogels veranlasst sie schließlich, sich einen neuen Aufenthaltsort zu suchen. Taubenvergrämung mit Greifvögeln ist eine schonende und natürliche Methode, Tauben nachhaltig abzuwehren."

 

Bei seinen ersten Besuchen hat Wahl seine Greifvögel mit dem gotischen Bauwerk vertraut gemacht. Auch dem benachbarten Roncalliplatz haben sie dabei gelegentliche Besuche abgestattet. "Die Vögel sind stressresistente Tiere, die schon als Jungtiere an große Menschenmassen gewöhnt worden sind", erklärt der Berufsfalkner. "Sie lassen sich also auch im Rummel der Großstadt nicht aus der Ruhe bringen und stellen für Passanten keine Gefahr dar."

 

Markus Frädrich

der Domsüdseite © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: M. Unkelbach

Köln, Dom, Roncalliplatz, Falkner Marco Wahl mit seinem afrikanischen Lannerfalken vor

der Domsüdseite © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: M. Unkelbach

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