Ab 1. März 2017 gelten folgende Regelungen:
Für den Dom gilt ein striktes Verbot für das Mitführen von großen Koffern, Reisetaschen, Wanderrucksäcken. Handgepäck bleibt erlaubt (Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer).
Das Mitführen von eigenen Sitzgelegenheiten (z. B. Klappstühle) ist nicht gestattet.
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Geschichte

 

Ein hochkomplexes Bauwerk wie eine gotische Kathedrale mit ihren frei in den Himmel ragenden, schlanken Strebepfeilern und -bögen und einer geradezu überbordenden, kleinteiligen Bauzier ist in besonderem Maße der Verwitterung durch Wind und Regen ausgesetzt. Schadstoffe in der Luft beschleunigen den Verfall des Bauwerkes zudem. Daher bedarf es der Kölner Dombauhütte, deren Aufgabe es ist, das Weltkulturerbe Kölner Dom für künftige Generationen zu erhalten.

Die Geburtsstunde der Kölner Dombauhütte ist letztlich der Baubeginn des heutigen Domes. Am 15. August 1248 wurde von Erzbischof Konrad von Hochstaden der Grundstein zu einer Kathedrale gelegt, die alle früheren Kirchenbauten an Größe und Modernität in den Schatten stellen wollte. 1322 wurde als erster und wichtigster Bauteil der Domchor feierlich eingeweiht. Anschließend begann man mit dem Bau von Lang-, Querhaus und Türmen. Als man um 1520 die Bauarbeiten am Kölner Dom für mehr als 300 Jahre einstellte, wurde der hölzerne Baukran auf dem unvollendeten Südturm das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Köln und zugleich Mahnung, den Bau eines Tages doch noch zu Ende zu führen.

Als 1815 das Rheinland auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugesprochen wurde, bot der Kölner Dom einen traurigen Anblick. Das Mauerwerk war verfallen und zeigte teils bedrohliche Risse. Zahlreiche Zierelemente waren abgefallen oder bis zur Unkenntlichkeit verwittert und an vielen Stellen wuchsen aus dem Mauerwerk Sträucher und kleine Bäume. 1823/24 wurde daher wieder eine Dombauhütte begründet, die zunächst fast 20 Jahre lang mit der Restaurierung der bestehenden Bauteile beschäftigt war.

1842 legte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. den Grundstein zur Vollendung der Kathedrale. Unter Leitung der Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner (1833–1861) und Richard Voigtel (1861–1902) und finanzieller Unterstützung des Zentral-Dombau-Vereins gelang es der Dombauhütte in nur 38 Jahren den Kölner Dom fertigzustellen. Zu dieser Zeit arbeiteten teilweise mehr als 500 Handwerker gleichzeitig in der Kölner Dombauhütte. Als 1880 der Kölner Dom vollendet war, bedeutete dies keinesfalls das Ende aller Arbeiten. Nachbesserungen am Bau, der Abbau der Gerüste und vor allem die Vollendung der Ausstattung zogen sich noch gut 20 Jahre hin.

Nach dem sonntäglichen Hochamt am 20. Mai 1906 stürzte der Flügel einer Engelfigur über dem Hauptportal ab. Dombaumeister Bernhard Hertel (1903–1927) begann daraufhin mit den Restaurierungsarbeiten des Domes. Vor allem wurde unter seiner Leitung und unter seinem Nachfolger Hans Güldenpfennig (1928–1944) bis Ende der 1930er Jahre nahezu das gesamte Chorstrebewerk erneuert. Auch wenn der Dom nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Ferne scheinbar unversehrt aus der Trümmerwüste ragte, zeigte sich bei näherer Betrachtung, dass er in Wirklichkeit durch die Bombardements schwere Schäden davongetragen hatte. Die Arbeiten der Dombauhütte unter Dombaumeister Willy Weyres (1944–1972) konzentrierten sich daher auf den Wiederaufbau. Bis zum Domjubiläum 1948 gelang es zumindest, den Domchor und das Querhaus der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Der Wiederaufbau des Langhauses konnte erst zum Katholikentag 1956 abgeschlossen werden.

Bis etwa 1980 wurde der Dom im Sinne einer schöpferischen Denkmalpflege wiederhergestellt. Das Ziel war es, das Erscheinungsbild des Domes zwar zu wahren, in den Details nahm man sich aber gewisse Freiheiten. So zierte man die Kapitelle, Kreuzblumen und Krabben, an denen zuvor Blattornamentik zu finden war, mit figürlichen Darstellungen. Anstelle der im 19. Jahrhundert verwendeten Sandsteine setzte man als Baumaterial auf besonders haltbare Lohndorfer Basaltlava.

Seit der Amtszeit von Dombaumeister Arnold Wolff (1972–1998) wird am Dom auf eine möglichst originalgetreue Wiederherstellung der Bauornamentik geachtet. Nachdem die Dombauhütte bereits unter Arnold Wolff im Turmbereich wieder, wie im 19. Jahrhundert Obernkirchener Sandstein eingesetzt hatte, ist sie unter Leitung von Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner (1998–2012) nahezu gänzlich von der Verwendung der Basaltlava abgekommen. Nur für Wasserspeier findet sie aus Gründen der Haltbarkeit noch Verwendung. Heutzutage ist man darum bemüht, den Dom mit Steinen zu ergänzen, die in Aussehen und Materialeigenschaften dem ursprünglichen Bestand möglichst nahe kommen. 2013 wurde unter Dombaumeister Michael Hauck (2012−2015) eine Steinrestaurierungswerkstatt eingerichtet.

Seit Januar 2016 ist Dipl.-Ing. Peter Füssenich Dombaumeister von Köln. Bei ihm lag bereits seit Mai 2014 die kommissarische Leitung der Kölner Dombauhütte.

Kulturstiftung Kölner Dom Das Generationenprojekt 11.000 Sterne für den Kölner Dom ZENTRAL-DOMBAU-VEREIN ZU KÖLN VON 1842 DOMKLOSTER 4