Ab 1. März 2017 gelten folgende Regelungen:
Für den Dom gilt ein striktes Verbot für das Mitführen von großen Koffern, Reisetaschen, Wanderrucksäcken. Handgepäck bleibt erlaubt (Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer).
Das Mitführen von eigenen Sitzgelegenheiten (z. B. Klappstühle) ist nicht gestattet.
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Taufbecken des Kölner Baptisteriums

Taufbecken des Kölner Baptisteriums Verlag Kölner Dom

Bereits 1866 wurde bei Bauarbeiten östlich des Domchores ein frühchristliches Baptisterium entdeckt. Der damalige Dombaumeister Richard Voigtel erkannte die herausragende Bedeutung des Fundes und ließ ihn, vorbildlich für seine Zeit, durch einen bis heute erhaltenen Schutzbau aus Ziegelsteinen überbauen. Heute, 150 Jahre später, präsentiert sich das einzigartige Zeugnis frühen Christentums nach der jüngsten Neugestaltung des Bereiches und dem Bau eines neuen Vorraumes erstmals in einer der Bedeutung des Objektes angemessenen, würdigen Umgebung. Die Entwürfe für die neugestaltete östliche Domumgebung und den neuen Vorraum stammen von Allmann Sattler Wappner Architekten. Die szenische Lichtinstallation gestaltete Mischa Kuball. Der neue Vorraum wird am Weißen Sonntag (Barmherzigkeitssonntag), dem 3. April 2016, von Dompropst Gerd Bachner gesegnet und eingeweiht. Bei dem Festakt sprechen unter anderem auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie Stadtsuperintendent Rolf Domning.

 

Das Baptisterium als frühestes bauliches Zeugnis des Christentums in Köln

 

Aussehen des frühchristlichen Baptisteriums.

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Rekonstruktion BaptisteriumFoto: Budapest, Narmer Architecture Studio; Köln, ArchaeoPlanRistowVom Baptisterium ist heute nur noch die achteckige Piscina (Taufbecken) mit eingeschwungenen Seitenwänden sichtbar. Über den Ecken standen wohl ursprünglich Säulen eines Baldachins, zwischen denen als Sichtschutz Vorhänge befestigt werden konnten. Der Baldachinaufbau wurde vermutlich zugleich auch zur Anbringung der Beleuchtung und eventuell eines Gießgefäßes verwendet. Über Stufen auf zwei Seiten stieg der Täufling in das Becken. Die Taufe selbst erfolgte durch Übergießen des im Becken stehenden Täuflings oder vollständiges Untertauchen.

 

Das Umfeld der Piscina wurde 1866 und bei erneuten Grabungen in den Jahren 1926 und 1968 archäologisch untersucht. Unter dem Taufbecken wurde ein älteres Becken aufgedeckt, von dem sich allerdings nicht nachweisen lässt, ob es bereits zur Taufe genutzt wurde. Bei der oberen Piscina handelt es sich hingegen eindeutig um ein Taufbecken, das aufgrund seiner Form und des archäologischen Umfelds mit hoher Wahrscheinlichkeit in das 6. Jahrhundert datiert werden kann. Es ist damit das älteste bauliche Zeugnis frühen Christentums in Köln. Als Kölns ältester Taufort ist es zugleich ökumenischer Gedenkort für die ungeteilte Christenheit in der Stadt. Das Taufbecken bildete ursprünglich das Zentrum des Baptisteriums, eines rechteckigen Baues östlich der frühchristlichen Vorgängerkirche des Alten Domes. Es war durch zwei seitliche Anbauten, die eventuell als Umkleideräume genutzt wurden, kreuzförmig erweitert. Das Baptisterium ging mit dem Bau des Alten Domes um 800 zugrunde. An seine Stelle trat ein Friedhof.

 

Neugestaltung der östlichen Domumgebung und des Vorraumes

 

Mit dem Bau der Domplatte nach Entwürfen von Fritz Schaller wurde das Baptisterium 1968 überbaut. Über den zunächst zur Trankgasse hin geöffneten Dionysoshof wurde das archäologische Denkmal erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach dem Bau von Museum Ludwig und Philharmonie war der kleine Platz nur noch nach oben geöffnet und verfiel in den folgenden Jahrzehnten zunehmend. Nicht zuletzt seine geschlossene Lage und die vielen Winkel führten zu einer Verwahrlosung des gesamten Bereiches.

 

2002 wurde ein Workshopverfahren zur Neugestaltung der östlichen Domumgebung durchgeführt. Aus diesem und einem moderierten Beteiligungsverfahren der Stadt Köln mit direkt von der Planung betroffenen Architekten, Anliegern und Vertretern der Politik und Verwaltung ging schließlich 2011 das städtebauliche Gesamtkonzept zur Neugestaltung der Domumgebung von Allmann Sattler Wappner Architekten hervor. Ende 2013 begannen die Abbrucharbeiten im Osten des Domes. Mit dem Rückbau der Domplatte und dem Gleiszugang zum Hauptbahnhof ist nun vor dem Baptisterium ein großzügiger Stadtraum entstanden. Eine Rampentreppe verankert den kulturell und historisch besonderen Ort direkt mit der darüberliegenden Ebene um den Dom. Die angrenzenden Schaudepots der Dombauhütte und des Römisch-Germanischen Museums sind eine weitere Bereicherung für den Ort.

 

Inhaltlich begleitete den Prozess die Arbeitsgemeinschaft Baptisterium (ArGe Bap), die 2006 gegründet wurde. Mitglieder sind die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie ursprünglich die damalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner und der damals amtierende Stadtkonservator Ulrich Krings. Aufgabe der ArGe Bap war und ist es, durch Öffentlichkeitsarbeit und Gespräche die angemessene Umgestaltung der östlichen Domumgebung und besonders des Baptisteriums voranzutreiben. 2009 entstand hieraus die bisher umfassendste Publikation zum Baptisterium: »Das Baptisterium am Dom. Kölns erster Taufort«.

 

Im Sommer 2015 konnte der Rohbau fertiggestellt und der neue Vorraum für das Baptisterium sowie zwei Schaudepots für die Dombauhütte von der Stadt Köln der Hohen Domkirche zur Nutzung übergeben werden. In den folgenden Monaten erfolgte der Innenausbau des Baptisteriums, der nun abgeschlossen ist.

 

Der neue Vorraum ist ein großzügiger rechteckiger Raum, der sich nach Osten durch ein Panoramafenster zur Stadt hin öffnet. Durch dieses ist das Baptisterium Tag und Nacht zu sehen. Zusätzlich wird der Raum durch ein aufwändig gestaltetes Gitter aus Goldbronze geschützt, das in seiner Ornamentik den Grundriss des Taufbeckens aufgreift. Die Wände des Raumes sind mit gefalzten Goldbronzeplatten verkleidet, die an die ehemaligen Vorhänge des frühchristlichen Baptisteriums erinnern sollen. Die darüberliegenden Wände und die Decke sind anthrazitfarben gestrichen. Die eingestreuten Steine des Terrazzofußbodens sind eine vage Reminiszenz an die Mosaike, mit denen das Baptisterium eventuell einst geschmückt war. Wesentlicher Teil der Gestaltung ist die Lichtinstallation »zwei, drei Szenen für das Baptisterium« von Mischa Kuball, die den Grundriss des Baptisteriums und die Christussymbole A und Ω aufgreift.

 

Der Innenausbau des Baptisteriums wurde von der Kulturstiftung Kölner Dom sowie durch eine Einzelspende von Gerhard Richter finanziert. Ihm und allen Stifterinnen und Stiftern der Kulturstiftung sowie allen Baubeteiligten sei Dank gesagt. Ein besonderer Dank gebührt der ArGe Bap für ihr langjähriges Engagement.

 

Zugänglichkeit und Führungen

 

Zur Stadt hin wird das beleuchtete Baptisterium für alle Passanten und Besucher jederzeit gut sichtbar sein. Darüber hinaus soll es künftig möglich sein, den Raum im Rahmen von Führungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dombauhütte zu besichtigen (Informationen unter www.domfuehrungen-koeln.de). Wegen des zu erwartenden großen Interesses der Öffentlichkeit wird das Baptisterium zwischen dem 16. April und dem 1. Mai 2016 samstags zwischen 10.00 und 14.00 sowie sonntags zwischen 13.00 und 17.00 Uhr geöffnet sein. Ab Mai 2016 werden die Öffentlichen Führungen zu den Ausgrabungen des Domes, die das katholische Bildungswerk/DOMFORUM jeweils dienstags und donnerstags um 16.15 Uhr sowie samstags um 11.00 Uhr anbietet (zu buchen über das DOMFORUM), als Kombinationsführungen in die Ausgrabungen und das Baptisterium angeboten. Das DOMFORUM plant darüber hinaus für das Sommerprogramm »Kölner Kirchen im Blick« weitere öffentliche Führungen zum Thema »Tauforte«. Vom 24. Juni bis zum 4. September 2016 ist im Foyer des DOMFORUMs eine Sonderausstellung zum Thema »Kölns ältester Taufort« zu sehen, die in Kooperation mit der Dombauhütte entsteht. Während dieser Zeit werden weitere Führungen angeboten, die Ausstellung und Baptisterium kombinieren. Weitere Informationen zu den Führungen des DOMFORUMS unter www.domforum.de.

 

Das Baptisterium als ökumenischer Taufgedächtnisort

 

Das Baptisterium ist kein sakraler Raum, sondern Teil der Domgrabung und ihrer archäologischen Zone. Daher werden im Baptisterium keine Taufen gespendet. Allerdings lädt der neugestaltete Ort dazu ein, sich zum einen der Wurzeln und der langen Tradition des Christentums in unserer Stadt zu erinnern, zum anderen der eigenen Taufe zu gedenken sowie im ökumenischen Miteinander das Sakrament der Taufe zu bedenken.

 

In diesem Sinne begrüßt es das Domkapitel, wenn das Baptisterium von Gruppen nicht nur aus historischem, sondern besonders auch aus ökumenischem, katechetischem und spirituellem Interesse aufgesucht wird. Insofern es sich nicht um Führungen im obigen Sinne handelt, sondern um Taufgedächtnisfeiern, Firm- oder Konfirmandenbesuche etc., ist die ArGe Bap als Ökumenische Arbeitsgemeinschaft zuständige Ansprechpartnerin.

 

Matthias Deml

Kulturstiftung Kölner Dom Das Generationenprojekt 11.000 Sterne für den Kölner Dom ZENTRAL-DOMBAU-VEREIN ZU KÖLN VON 1842 DOMKLOSTER 4