Der Schrein der Heiligen Drei Könige ist das größte, künstlerisch bedeutendste und inhaltlich anspruchsvollste Reliquiar des Mittelalters.
Köln, Dom, Dreikönigenschrein, Vorderseite  © Dombauhütte Köln, Matz und Schenk

Die Vorderseite des Schreines wurde um 1200 von König Otto IV. gestiftet. Sie ist als einzige aus reinem Gold gefertigt. Hier sind auch die größten und kostbarsten antiken Gemmen und Kameen versammelt. Als Fortsetzung eines heute verlorenen Reliefzyklus zum Leben Christi auf den Dachflächen der Langseiten zeigen die Reliefs an der Front die Anbetung der Könige, die Taufe Christi und Christus als Weltenrichter. Die Trapezplatte zwischen oberer und unterer Zone ist abnehmbar. Hinter einem Gitter werden die Schädel der Könige sichtbar. Sie konnten so nicht nur den Pilgern gezeigt werden, sondern es wurden auch kleine Gebetszettelchen aus Stoff oder Papier, oft mit einer Darstellung der Heiligen Drei Könige, mit Hilfe einer Zange an die Schädel gehalten. Als Berührungsreliquien wurden sie an die Wallfahrer gegeben, die so zeigen konnten, dass sie nach Köln gepilgert waren.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Das Evangelium nach Matthäus 2, 1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten:
Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.
Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:
Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.
Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.
Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.
Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Die Dreikönigsreliquien kommen nach Köln
Als 1161 Kaiser Barbarossa die Stadt Mailand belagerte, war ihm der aufrechte und tapfere Bürgermeister, der den Widerstand leitete, ein besonderer Dorn im Auge. Der Kaiser schwor ihn hängen zu lassen sobald die Stadt gestürmt sei. Währenddessen brachte Graf Rainald von Dassel, damaliger Erzbischof von Köln und Kanzler des Kaisers, durch List in Erfahrung, daß ein Mailänder Nonnenkloster die Gebeine der Heiligen Drei Könige beherbergte. Die Äbtissin dieses Klosters aber war die Schwester des Bürgermeisters. Sie trat in geheime Verhandlungen mit Rainald um ihren Bruder vor dem Zorn des Kaisers zu schützen und bot an, das Leben des Bürgermeisters gegen die Reliquien zu tauschen. So erbat sich Rainald nach Erstürmung der Stadt als Lohn von seinem Kaiser nur das, was die Äbtissin auf ihren Schultern aus der Stadt tragen könne. Der ahnungslose Kaiser willigte, ob der geringen Forderung erstaunt, ein. Wie zornig war er aber, als er gewahren mußte, wie die Äbtissin ihren Bruder auf dem Rücken aus der Stadt schleppte. Rainald aber ließ heimlich seinen eigentlichen Lohn, die Gebeine der Heiligen Drei Könige, nach Köln in den Dom schaffen, wo sie noch heute besichtigt werden können.
 

Bibel
Sagen und Legenden
Detailansichten
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Anbetung der Könige

Die Szene ist am Schrein der einzige Hinweis auf die Reliquien, die er enthält. Maria mit dem Jesuskind thront feierlich in einer eigenen Arkade, von links nähern sich die Heiligen Drei Könige mit ihren Geschenken. Der Älteste an der Spitze beugt schon das Knie. Das Relief unterscheidet sich stilistisch von den um 1190 entstandenen Propheten der Langseite, die mit dem Goldschmied Nikolaus von Verdun verbunden werden können. Es wurde von einer Nachfolgewerkstatt geschaffen.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Das Evangelium nach Matthäus 2, 1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten:
Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.
Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:
Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.
Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.
Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.
Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Die Heiligen Drei Könige
Die Bibel berichtet von Magiern aus dem Morgenland, die durch einen Stern auf eine Königsgeburt im Land der Juden hingewiesen wurden. Sie machen sich auf den Weg um dem neuen Herrscher zu huldigen. In Bethlehem finden sie das Christuskind und bringen ihm ihre Gaben dar. Die Zahl der Magier wird seit Origines entsprechend ihrer Gaben mit drei angegeben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Der Legende nach hießen die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Eine weitere Legende berichtet, daß die Gebeine der Heiligen Drei Könige von der hl. Helena gefunden und nach Mailand gebracht wurden. Heute befindet sich ein Teil der Reliquien im Kölner Dom und ein weiterer Teil in Mailand. In der Darstellung symbolisieren die Heiligen

Drei Könige oft die drei Lebensalter und die drei Kontinente Europa, Asien und Afrika.
Fest: 6. Januar

Hohe Domkirche zu Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
König Otto IV.

In den Kleeblattbogen, der die Könige in der Anbetungsszene rahmt, ist eine vierte Figur aufgenommen. Es ist König Otto IV., der um 1200 Gold und Edelsteine für die Vorderseite gestiftet hat. Otto trägt zwar keine Krone, stellt sich aber trotzdem selbstbewußt in eine Reihe mit den biblischen Königen, die als erste christliche Herrscher Vorbild für die mittelalterlichen Könige waren. Das Bild soll so seine Rechtmäßigkeit als Herrscher erweisen, die umstritten war: Otto IV. war Gegenkönig zu Philipp von Schwaben. Gleichzeitig wird dadurch deutlich, daß die Dreikönigsreliquien für die deutschen Könige den Rang von Staatsreliquien hatten, ebenso wie die Dornenkrone Christi im Besitz der französischen Könige.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche zu Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Taufe Christi

Parallel zur Anbetung der Könige auf der linken Seite der unteren Zone ist rechts die Taufe Christi dargestellt. Christus steht in einem Wellenberg, der den Jordan symbolisiert, von links gießt Johannes d.T. im Fellgewand mit einer Schale das Taufwasser über Christus. Rechts hält ein Engel das Gewand des Herrn. Daß die Taufszene hier erscheint, hat mehrere Gründe: einmal wird das Fest der Taufe Christi wie das der Könige am 6. Januar gefeiert, zum andern bedeutet die Taufe die öffentliche Anerkennung Christi durch den Vater nach den Worten des Matthäusevangeliums: 'Dieses ist mein geliebter Sohn'.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Das Evangelium nach Matthäus 3, 13-17
Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müßte von dir getauft werden, und du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Laß es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

Köln, Dom, Dreikönigenschrein, Vorderseite  © Dombauhütte Köln, Matz und Schenk
Weltgericht

Die Vorderseite wird bekrönt durch eine Darstellung Christi als Weltenrichter. Dies ist, nach der Anbetung der Könige und der Taufe, die dritte Epiphanie Christi. Den Thronenden begleiten zwei Engel, der linke mit Kelch und Patene, der rechte mit einer Krone, Zeichen des Priestertums und des Königtums Christi. Darüber schweben Engelsbüsten mit Passionsinstrumenten (Nägel und Lanze). Christus selbst hat die rechte Hand im Gestus des Richtens erhoben, in der linken trägt er eine Schriftrolle mit der Aufschrift: 'Liber vite' (Buch des Lebens). Im mittleren Feld befand sich ursprünglich eine Halbfigur des Erzengels Michael, der ein Kreuz als Siegeszeichen Christi hielt.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Venusgemme

Rechts und links der Mitte sind zwei große antike, geschnittene Steine an der Trapezplatte angebracht. Sie flankierten ehemals den Ptolemäerkameo, der 1574 gestohlen wurde und sich heute in Wien befindet. Die Darstellung von Venus und Mars auf der linken Seite mag an einem Schrein mit christlichen Reliquien befremden, doch wurden solche Steine ihrer Kostbarkeit wegen an Reliquiaren angebracht. Der Inhalt spielte zumeist keine Rolle oder wurde christlich umgedeutet. Solche antiken Kunstwerke dienten den mittelalterlichen Künstlern oft als Vorlage. So ist die Gewandgestaltung der anbetenden Könige an der Stirnseite vom Gewand der Venus inspiriert.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Nerokameo

In der rechten Hälfte der Trapezplatte ist der Nerokameo angebracht, der in Größe und Form der Venusgemme entspricht. Zusammen mit dem 1574 gestohlenen Ptolemäerkameo bildeten die drei großen antiken Steine drei gewichtige Blickpunkte an der Vorderseite des Schreines. Möglicherweise sollten sie auf die drei Schädel der Heiligen Drei Könige hinweisen, die nach der Abnahme der Trapezplatte sichtbar werden. Das Thema der Krönung Neros durch Agrippina, die einen Lorbeerkranz über sein Haupt hält, wurde vielleicht christlich gedeutet im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Interpretation der biblischen Könige als Vorläufer der deutschen Herrscher.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Kameo mit Medusenhaupt

In der linken Hälfte der Trapezplatte an der Vorderseite des Schreines ist um 1200 ein antiker Kameo mit der Darstellung des Medusenhauptes angebracht worden. Die antike Sage erzählt, daß, wer das Haupt der Medusa direkt ansah, zu Stein erstarrte. Solche antiken Legenden waren auch in mittelalterlicher Zeit bekannt. Wie an der Westfront von mittelalterlichen Kirchen oft Darstellungen von Dämonen auftauchen, so wurde wohl auch der Medusenkameo an der Stirnseite des Schreines angebracht. Damit sollte gezeigt werden, daß das Böse durch die christliche Kirche überwunden wird und keinen Zugang zum Kirchenraum hat.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Kameo mit Herrscherkopf

Antike Herrscherporträts waren besonders begehrte Sammelstücke in mittelalterlicher Zeit. Sie wurden gerne in repräsentative Goldschmiedewerke integriert, oft auch inhaltlich im christlichen Sinne gedeutet. So ist bei einem Hauptwerk der kaiserlichen Goldschmiedekunst der ottonischen Zeit, dem um 1000 entstandenen Lotharkreuz in Aachen, ein großer Kameo mit dem Porträt des Kaisers Augustus im Zentrum des Gemmenkreuzes angebracht. Der Kölner Herrscherkameo ist ebenso an repräsentativer Stelle am Schrein eingesetzt, links von der Weltgerichtsszene im oberen Stockwerk.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Kameo mit Herrscherkopf

Der Kameo mit dem Profilbildnis eines Herrschers sitzt links der Mittelarkade an der Vorderseite des Schreines. Er steht damit genau zwischen der thronenden Marienfigur und den Heiligen Drei Königen. Möglicherweise stammt der Kameo aus dem Besitz König Ottos IV., der um 1200 Gold und Edelsteine für die Vorderseite stiftete. So ist der Kameo an dieser Stelle sicher nicht nur einfacher Schmuck, sondern unterstreicht die Bedeutung der Reliquien der Heiligen Drei Könige für die Herrschertheologie des Mittelalters.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Kameo mit Tänzerin

Der Kameo mit der Darstellung einer Tänzerin in flatterndem Mantel sitzt genau in der Mitte der Frontseite des Schreines über der Trapezplatte. Das flatternde Gewand und die plastische Körpermodellierung kehren in ähnlicher Weise bei den Prophetenfiguren des Nikolaus von Verdun an den Langseiten des Schreines wieder. Nachweislich haben sich die Goldschmiede der Werkstatt des Nikolaus von Verdun auch an antiken Werken geschult, so daß die Gemme durchaus als Vorlage für Gewand- und Körpergestaltung gedient haben kann.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Jagdfries, Eberjagd

Auf der Stirnseite des Schreines läuft am unteren Rand der Trapezplatte ein durchbrochen gearbeitetes Rankenfries mit Bildmedaillons entlang. Fantastische Drachen- und Tierdarstellungen wechseln mit Kampf- und Jagdszenen. Die gefährliche Jagd auf einen Eber mit einem langen Spieß wird höchst naturalistisch geschildert. Vorbilder für eine solche Szene fand der mittelalterliche Künstler auf antiken römischen Elfenbeintafeln mit Jagdszenen, wie sie bis heute erhalten sind. Vielleicht sollte durch die eigentlich profane Szene die Überwindung des Bösen symbolisiert werden.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Jadgfries, Löwenkampf

Die Jagd- und Kampfszenen des um 1200 entstandenen Medaillonsfrieses an der Trapezplatte sind nur schwer im christlichen Sinne zu deuten, es sei denn allgemein als Kampf zwischen Gut und Böse. Die Vorlagen sind zumeist der Profankunst der römischen Antike oder der byzantinischen Kunst entnommen, wie auch für den mit einem Löwen kämpfenden Mann anzunehmen ist. Das Vorbild war sicher der oft dargestellte Löwenkampf des Herkules. Doch auch der biblische Held Samson wird in mittelalterlicher Zeit häufig als Bezwinger eines Löwen dargestellt. Falls auch am Dreikönigenschrein Samson gemeint ist, soll dies den Sieg Christi über den Teufel oder den Sieg des Menschen über das Böse symbolisieren.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Jagdfries, Reiterkampf

In den Bildnismedaillons des um 1200 gearbeiteten Rahmenfrieses der Trapezplatte gibt es auch Kampfszenen, wie z.B. die Darstellung eines Reiterkampfes. Der Künstler hat die Darstellung zur virtuosen Wiedergabe eines dahinsprengenden und eines auf den Betrachter zureitenden Pferdes genutzt. Solche naturalistischen Tierdarstellungen konnte der Goldschmied entweder antiken oder byzantinischen Vorlagen des 10. Jahrhunderts entnehmen. Vor allem das frontal dargestellte Pferd erweist den Goldschmied in dem perfekten Ausgleich zwischen Raumsuggestion und Flächenkomposition als führenden Künstler der Zeit um 1200.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Email mit Löwenköpfen

Neben zahlreichen Emails mit Blattornamenten gibt es am Schrein auch einige besonders kostbare Platten mit figürlichen Motiven in Grubenschmelz. Dabei werden mit dem Stichel die Hauptlinien der Darstellung in die Kupferplatte eingetieft und mit der Emailmasse gefüllt. Durch das Brennen entsteht dann der leuchtende Glanz der Emailfarbe. Die Platte mit den vier Löwenköpfen in Rundmedaillons erscheint wie aus einem Musterbuch solcher Tierdarstellungen übernommen. Tatsächlich gab es solche Vorlagenbücher, die oft sogar Motive der antiken Kunst enthielten. So sind auch die Löwenköpfe am Schrein unmittelbar mit Tierdarstellungen der Antike verwandt.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker

Anbetung der Könige
König Otto IV.
Taufe Christi
Weltgericht
Venusgemme
Nerokameo
Kameo mit Medusenhaupt
Kameo mit Herrscherkopf
Kameo mit Herrscherkopf
Kameo mit Tänzerin
Jagdfries, Eberjagd
Jadgfries, Löwenkampf
Jagdfries, Reiterkampf
Email mit Löwenköpfen