Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Im Zuge der Neuausstattung des Chorumganges nach seiner Öffnung für Pilger im Jahre 1322 wurde in allen sieben Kapellen die Zone unter den Fenstern mit Wandmalereien geschmückt. Sie sind technisch (Tempera auf Kreidegrund), kompostionell (vergoldete Rahmenrachitektur aus Maßwerkformen) und stilistisch eng den gleichzeitig entstandenen Chorschrankenmalereien des Binnenchores verwandt. Leider sind sie nur zum kleineren Teil und dazu noch sehr schlecht erhalten. Entstellende Übermalungen durch Kölner Künstler im späten 19. Jahrhundert (Wilhelm Batzem, Alexius Kleinertz) wurden teilweise wieder entfernt. Trotzdem läßt sich das kompositionelle und und thematische Bildprogramm noch erkennen. Über jedem Altar war, bezogen auf das eucharistische Opfer, das in der Messe dort gefeiert wird, eine Darstellung der Kreuzigung Christi angebracht. Die übrigen Kapellenwände zeigten wohl Bilderzählungen zum Leben von Heiligen des Domes, wie sie nur noch in der Agneskapelle mit Szenen aus dem Leben der hl. Irmgard erhalten sind. Wie bei den nach 1322 eingesetzten Kapellenfenstern sollten auch die Wandmalereien den Pilgern den Dom als heilbringenden Wallfahrtsort anschaulich vor Augen stellen.
Dr. Rolf Lauer, Kunsthistoriker