Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Der Kölner Bartholomäus Bruyn d. Ä. malte 1548 diesen kleinen, von kühlen Farben bestimmten Flügelaltar. Die Mitteltafel zeigt die Kreuzigung Christi mit den Trauernden Maria und Johannes sowie Maria Magdalena hinter dem Kreuz. Die bewegte Landschaft im Hintergrund der Kreuzigung setzt sich auf den Seitenflügeln fort, auf denen zwei kniende Stifter in Kanonikertracht von den hll. Andreas (links) und Petrus (rechts) empfohlen werden. Im geschlossenen Zustand zeigt der Altar in der Mitte die Verkündigung an Maria, flankiert von den hll. Nikolaus und Rochus auf einem zweiten Flügelpaar. Eine Inschrift am Sockel weist Johann Baunacher de Halfort, Kanoniker an St. Maria ad gradus, sowie 'einige gute Freunde' als Stifter aus.
Hildegard Schäfer M.A., Kunsthistorikerin

Das Evangelium nach Johannes 19, 17-30
Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt.
Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus.
Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden.
Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefaßt.
Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war.
Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wußte, daß nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.
Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
 

Bibel