Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk

Der Dreikönigenaltar in der Achskapelle des Domes wurde 1908 von Wilhelm Mengelberg geschaffen. Es handelt sich um einen zierlichen neugotischen Tabernakelaltar. Im Zentrum des Altares steht die aus dem späten 13. Jahrhundert stammende Füssenicher Madonna. Ihren Namen trägt sie in Erinnerung an ihre Herkunft aus der Kirche des Prämonstratenserinnenklosters Füssenich bei Bonn. Sie war ein Geschenk des Domkanonikers und Kunstsammlers Alexander Schnütgen an den Kölner Dom. Leider wurde die ursprüngliche Fassung bei der Anpassung der Figur in den neuen Altar zerstört und auch die Figur überarbeitet. Unter der Madonna finden sich neugotische Statuen der Heiligen Drei Könige und vier kölnische Reliquienbüsten.

Der Altar bildet zusammen mit der neugotischen Neuausstattung der Kapelle ein Gesamtkunstwerk. Nach der Abtragung des Dreikönigenmausoleums war 1892 die Achskapelle völlig umgestaltet worden. Durch den Kirchenmaler Friedrich Stummel erhielt sie eine neue Ausmalung, in der die Farben Rot, Blau und Gold dominieren. Reste mittelalterlicher Malerei wurden miteinbezogen, wie die Wappen und die beiden Stifterfiguren auf der Altarwand, die erneuert und ergänzt wurden. Von Stummel neugeschaffen sind dagegen die Wandmalereien in den seitlichen Feldern, die Johannes den Täufer (2. v. links) sowie drei Ritter, wohl aus der Thebäischen Legion, zeigen. Der Utrechter Künstler Mengelberg entwarf die Tür für den mittelalterlichen Wandschrank, der als Reliquienschrank dienen sollte.
Matthias Deml, Kunsthistoriker, Hildegard Schäfer M.A., Kunsthistorikerin