Feierliche Segnung des rekonstruierten Helenafensters im Kölner Dom

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes segnete Dompropst Msgr. Guido Assmann am 14. April 2026 das rekonstruierte Helenafenster im Kölner Dom. Damit vollendete die Kölner Dombauhütte ein aufwendiges Werk, dessen Umsetzung durch die Klosterfrau Group anlässlich ihres 200-jährigen Jubiläums finanziell ermöglicht wurde. Das Fenster im Obergaden des südlichen Querhauses wurde nach historischen Vorlagen neu geschaffen.

14.04.2026


Rückkehr eines Fensters des Welterzyklus

Das Helenafenster gehört zum sogenannten Welterzyklus, der zur Vollendung des Doms im 19. Jahrhundert für den Obergaden der Querhausarme und des Langhauses geschaffen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile beziehungsweise ganze Fenster dieses Zyklus zerstört. Seit 2003 werden die Fenster schrittweise restauriert und rekonstruiert. Mit dem Helenafenster ist nun ein weiteres bedeutendes Fenster dieses Zyklus zurückgekehrt.

Das rund 17 Meter hohe und 6,5 Meter breite Fenster zeigt im unteren Drittel die vier überlebensgroßen Heiligen Helena, Monika, Elisabeth und Mathilde. Benannt ist es nach der heiligen Helena, die der Überlieferung nach, die Reliquien der Heiligen Drei Könige auffand. Die Figuren stehen auf Sockeln und sind von Architekturbaldachinen bekrönt. Den unteren Abschluss bildet die Wappenzeile. Deren Neugestaltung greift einige Heilpflanzen der Stifterin auf: Alant, Angelika und Pomeranze werden dargestellt. Zudem trägt sie die Inschrift „Maria Clementine Martin Klosterfrau“ und verweist damit auf Maria Clementine Martin, die Gründerin des Kölner Unternehmens.

 

Handwerk, Forschung und moderne Technik

Erstmals mussten bei der Rekonstruktion eines Fensters dieses Zyklus neben Ornamenten und Maßwerk auch die Figurendarstellungen vollständig neu erarbeitet werden. Grundlage bildeten historische Entwürfe aus dem Dombauarchiv, die von den Glasmalerinnen der Dombauhütte in aufwendiger Detailarbeit in maßstabsgerechte Kartons übertragen wurden.

Dabei verband die Dombauhütte traditionelle Techniken der Glasmalerei mit modernen digitalen Verfahren, etwa bei der Erstellung von Aufrissen mittels CAD-Technologie.

„Gerade in der Verbindung aus überliefertem Handwerk und digitalen Planungsmethoden lag eine besondere Chance dieses Projekts. Sie hat es uns ermöglicht, die historische Bildsprache nicht nur präzise nachzuvollziehen, sondern sie auch in eine überzeugende Gesamtwirkung im Raum zu übersetzen“, so Dombaumeister Peter Füssenich

Besondere Herausforderungen stellten die Auswahl und Bearbeitung der Gläser sowie die Entwicklung einer harmonischen Farbwirkung dar. Da historische Kathedralgläser heute nur eingeschränkt verfügbar sind, kamen mundgeblasene Echtantikgläser zum Einsatz, die zusätzlich bearbeitet wurden, um die gewünschte Lichtwirkung zu erzielen. Umfangreiche Versuchsreihen gewährleisteten, dass sich das neue Fenster nahtlos in den historischen Bestand des 19. Jahrhunderts einfügt.

 

Engagement zum Jubiläum

Die Klosterfrau Group ermöglichte anlässlich ihres 200-jährigen Jubiläums die Finanzierung der aufwendigen Rekonstruktion. Das Unternehmen, dessen Geschichte 1826 in Köln begann, unterstreicht damit seine enge Verbundenheit zur Stadt.

Dr. Stefan Koch, CEO der Klosterfrau Group, erklärt:

„200 Jahre Klosterfrau sind Anlass für ein besonderes Zeichen der Verbundenheit zu Köln, der Gründungsstadt der Klosterfrau Group. Wir konnten die aufwendige Restaurierung des Helenafensters ermöglichen und so die Verbindung von Tradition und Moderne ein weiteres Mal sichtbar machen.“

Auch die Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln, Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, würdigt das Engagement:

„Wir freuen uns und sind dankbar für das großartige Engagement von Klosterfrau für den Erhalt des Kölner Doms. Anlässlich des ehrenwerten Jubiläums ‚unseren‘ Dom zu bedenken, spricht für die Verbundenheit und Wertschätzung eines international agierenden Unternehmens gegenüber seinen Wurzeln. Dank der Patenschaft konnte das Helenafenster auf der Basis historischer Quellen vollständig neu gestaltet werden und erstrahlt nun in vollendeter Schönheit in unserem Dom. Ein Geschenk an den Dom, aber auch an die Glaswerkstatt, die sich dieser Herausforderung mit großer Leidenschaft gewidmet hat.“

Dompropst Msgr. Guido Assmann betont:

„Die heilige Helena, Mutter Konstantins des Großen, soll der Legende nach die Gebeine der Heiligen Drei Könige im Orient aufgefunden und nach Konstantinopel gebracht haben. Über Mailand gelangten sie nach Köln, wo sie bis heute im Dreikönigenschrein unseres Domes ruhen. Die heilige Helena ist von enormer Bedeutung für unsere Domkirche – und es ist eine große Freude, dass sie gemeinsam mit der heiligen Monika, der heiligen Elisabeth und der heiligen Mathilde nun wieder das rekonstruierte und nach ihr benannte ‚Helenafenster‘ im Südquerhaus ziert. Der Dank des Domkapitels gilt vor allem den Glasmalern und Kunstglasern unserer Dombauhütte, die diese Rekonstruktion durch die Kombination traditioneller Handwerkskunst und den Einsatz neuer Technologien in beeindruckender Weise realisiert haben. Schließlich danken wir der Klosterfrau Group für deren großzügige finanzielle Unterstützung und dem ZDV für das Begleiten dieser dankenswerten Verbindung.“

Mit der heutigen Segnung findet ein Projekt seinen feierlichen Abschluss, das gleichermaßen die kulturelle Bedeutung des Kölner Domes, die herausragende Expertise der Dombauhütte und das bürgerschaftliche Engagement eines traditionsreichen Kölner Unternehmens sichtbar macht.

Bildmarke der Klosterfrau Group

Rekonstruiertes Helenafenster

Heilpflanze Alant und Inschrift „Maria Clementine Martin Klosterfrau“ und verweist auf Maria Clementine Martin, die Gründerin von Klosterfrau

Einbau Helenafenster

Arbeiten am Helenafenster


Impressionen der feierlichen Segnung des rekonstruierten Helenafensters am 14. April 2026

Feierlicher Gottesdienst mit Segnung Helenafenster

Segnung des rekonstruierten Helenafensters im Südquerhaus

Segnung des rekonstruierten Helenafensters

Übergabe an Klostfrau einer Reproduktion der Bildmarke der Klosterfrau Group, die sich auch im Helenafenster wiederfindet.


KulturstiftungDombau Verein