Domkapitel erläutert Details zum neuen Besichtigungskonzept

Ab dem 1. Juli 2026 stellt das Metropolitankapitel der Hohen Domkirche Köln die Finanzierung des Kölner Dom mit einem neuen Besichtigungskonzept langfristig auf eine tragfähige Grundlage. Heute hat Dompropst Msgr. Guido Assmann Einzelheiten zu Preisgestaltung, Wegeführung und Ticketing vorgestellt.
Sie soll seine Strahlkraft auch für künftige Generationen erhalten und seinen laufenden Betrieb dauerhaft sicherstellen: Die neue Besichtigungsgebühr am Kölner Dom. Heute hat Dompropst Msgr. Guido Assmann in Köln ihren Einführungstermin konkretisiert. Ab dem 1. Juli 2026 können touristische Besucherinnen und Besucher den Innenraum des Kölner Domes nur noch nach Kauf eines entsprechenden Tickets betreten.

Außerhalb der Gottesdienstzeiten bleibt das Nordquerhaus für alle geöffnet, die den Dom zum persönlichen Gebet aufsuchen möchten.

Hier bleibt es auch möglich, eine Kerze an der Schmuckmadonna zu entzünden.
Hohe Domkirche zu Köln, Dombauhütte; Foto: Jennifer Rumbach
Ausnahmen von der Besichtigungsgebühr
„Wir haben die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt“, erklärte Dompropst Assmann heute vor Medienvertretern in Köln. „Neben kritischen Stimmen haben uns auch zahlreiche verständnisvolle Rückmeldungen erreicht, die deutlich machen: Vielen Menschen ist bewusst, dass der Erhalt und Unterhalt des Domes eine verlässliche und nachhaltige Finanzierung benötigen.“
Bei der Ausgestaltung des neuen Preisgefüges seien zahlreiche Anregungen aus der Öffentlichkeit eingeflossen – insbesondere die vielfach geäußerte Forderung, Kinder von Eintrittskosten auszunehmen.
„Diesen Gedanken haben wir konsequent aufgegriffen und auf alle Bereiche des Domes übertragen“, so der Dompropst. „Kinder bis einschließlich 13 Jahre erhalten künftig freien Eintritt – nicht nur für den Dom-Innenraum, sondern auch für die Schatzkammer und die Turmbesteigung.“ Bislang zahlen Kinder dort jeweils einen ermäßigten Eintrittspreis von vier Euro.
Damit wolle man Kindertagesstätten, Grundschulen und den unteren Klassen weiterführender Schulen auch künftig unkomplizierte Besuche ermöglichen und Kinder frühzeitig für den Dom als lebendigen Glaubens- und Kulturort begeistern. Viele Zuschriften der vergangenen Wochen hätten eindrucksvoll gezeigt, dass die Begeisterung für den Dom oft bereits im Kindesalter beginne. Auch Familien und Alleinerziehende sollten den Dom weiterhin ohne finanzielle Hürden erleben können.

Am 1. Mai und am 3. Oktober kann man den Kölner Dom künftig kostenfrei ganztägig besichtigen.
Hohe Domkirche zu Köln, Dombauhütte; Foto: Jennifer Rumbach
Ermäßigungen und regulärer Ticketpreis
Die ermäßigte Besichtigungsgebühr in Höhe von sechs Euro gilt künftig für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende, Begleitpersonen von Schülergruppen sowie Inhaberinnen und Inhaber eines in Nordrhein-Westfalen ausgestellten Sozialpasses.
„Im Sinne der sozialen Ausgewogenheit beschränken wir uns nicht allein auf den Köln-Pass“, erklärt Domrendant Clemens van de Ven. „Wir erweitern den Kreis der Ermäßigungsberechtigten bewusst auf Sozialleistungsempfängerinnen und -empfänger aus ganz Nordrhein-Westfalen.“
Die reguläre Höhe der Besichtigungsgebühr habe das Domkapitel auf 12 Euro festgesetzt.
„Aufgrund der zahlreichen Ausnahmen und Ermäßigungen rechnen wir mit deutlich geringeren Durchschnittseinnahmen pro Besucherin und Besucher“, erläuterte van de Ven. „Gleichzeitig stehen wir vor der Aufgabe, nicht nur die laufenden Kosten für Erhalt und Betrieb der Kathedrale zu decken, sondern auch Vorsorge für zukünftige Anforderungen zu treffen und notwendige Rücklagen aufzubauen.“
Er habe großes Verständnis für alle Menschen, die sich zunächst an eine Besichtigungsgebühr gewöhnen müssten oder diesem Schritt grundsätzlich kritisch gegenüberstünden. „Letztlich trägt das Domkapitel die Verantwortung dafür, den aufwändigen und kostenintensiven Erhalt dieses einzigartigen Gotteshauses dauerhaft sicherzustellen. Die neue Besichtigungsgebühr dient nicht dem Profit, sondern dem existenziellen Erhalt der Kathedrale.“

Das neue Preisgefüge am Kölner Dom, gültig ab dem 1.7.2026
Hohe Domkirche Köln
Zugänge und Wegeführung
Der Besuch von Gottesdiensten bleibt weiterhin uneingeschränkt kostenfrei möglich.
„Außerhalb der Gottesdienstzeiten sei das Nordquerhaus des Domes für alle geöffnet, die den Dom zum persönlichen Gebet aufsuchen oder an der Schmuckmadonna eine Kerze entzünden möchten“, erklärt Dombaumeister Peter Füssenich. Der Zugang erfolgt über das Nordportal auf der Seite des Hauptbahnhofs.
Touristische Besucherinnen und Besucher können den Dom-Innenraum ab dem 1. Juli 2026 während der regulären Besichtigungszeiten mit einem gültigen Ticket über das Westportal betreten. Die regulären Besichtigungszeiten sind montags bis samstags von 10 bis 17.45 Uhr (letzter Einlass: 17.30 Uhr) sowie sonntags und an kirchlichen Feiertagen in der Regel von 13.30 bis 16.30 Uhr (letzter Einlass: 16.15h).
Nach dem Rundgang verlassen Besucherinnen und Besucher den Dom in der Regel über das Nordportal.

Besucherinformationen rund um den Kölner Dom, gültig ab dem 1.7.2026
Hohe Domkirche Köln, Gestaltung: Konstantin Kruse
Ticketkauf online und vor Ort
Künftig können sämtliche Tickets für den Dom – sowohl für den Innenraum als auch für Schatzkammer und Turmbesteigung – online erworben werden. QR-Codes im Umfeld des Domes verweisen auf die Ticketseite unter koelner-dom.de/tickets.
Dort können Besucherinnen und Besucher bis zu drei Monate im Voraus maximal neun Tickets pro Buchungsvorgang erwerben. Der Vorverkauf beginnt ab Montag, 15. Juni 2026.
Zusätzlich entsteht im ehemaligen Kösel-Ladenlokal im Kurienhaus am Roncalliplatz 2 eine zentrale Ticketkasse. „Dort wird es ab dem 1. Juli täglich zwischen 9 Uhr und 17.30 Uhr möglich sein, Tickets für alle Bereiche des Domes direkt vor Ort zu erwerben“, so Füssenich.
"Die Besichtigungsgebühr kann dazu beitragen, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen."
Hohe Domkirche Köln; Foto: Hans Jeitner
Einführung und Ausblick
Das Domkapitel habe sich in den vergangenen Monaten intensiv auf die Einführung der neuen Besichtigungsgebühr vorbereitet, erklärt Dompropst Assmann. Dennoch werde eine Umstellung dieser Größenordnung im laufenden Betrieb Zeit benötigen.
„Gerade in den ersten Wochen bitten wir deshalb um Geduld und Verständnis, falls sich einzelne Abläufe zunächst noch einspielen müssen“, sagte Assmann. „Auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet die Einführung der Besichtigungsgebühr Neuland.“
Gleichzeitig zeigt sich der Dompropst zuversichtlich, dass sich das neue Besichtigungskonzept nach einer gewissen Eingewöhnungszeit bewähren werde.
„Wir gehen davon aus, dass die neue Regelung den Alltag im Dom spürbar beruhigen wird“, so Assmann. „Auch wenn uns dieser Schritt nicht leichtfällt: Die Besichtigungsgebühr kann dazu beitragen, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren erkennen werden, dass sowohl der langfristige Erhalt der Kathedrale als auch ihre spirituelle Prägung von diesem Schritt profitiert haben.“

