Dreikönigswallfahrt 2022 am Kölner Dom

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Zum Abschluss des Domjubiläums 2022 lädt das Metropolitankapitel vom 18. bis zum 27. September zur alljährlichen, in diesem Jahr um einige Tage verlängerten Dreikönigswallfahrt. Insgesamt zehn Tage lang heißt der Kölner Dom in Heiligen Messen, Andachten und zahlreichen Gottesdienstangeboten Pilgerinnen und Pilger aus Köln, dem Erzbistum und darüber hinaus im Dom willkommen. Dieses Jahr neu: Ein abschließendes Pilger- und Begegnungsfestfest auf dem Roncalliplatz. In der Eröffnungsmesse am 18. September wird darüber hinaus ein neues Dreikönigsreliquiar präsentiert, das Besucherinnen und Besuchern des Domes künftig eine Begegnung mit den Heiligen Drei Königen „auf Augenhöhe“ ermöglicht.

15.09.2022Von Markus Frädrich


Besondere Liturgien und Konzerte im Dom

„Zum Abschluss und Höhepunkt unseres Domjubiläums 2022, das wir bereits seit Mitte August mit vielen Gottesdiensten und Konzerten, Ausstellungen und Sonderführungen feiern, laden wir Pilgerinnen und Pilger im Rahmen der Dreikönigswallfahrt ein, in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige die Spuren Gottes im eigenen Leben zu entdecken“, sagt Domdechant Msgr. Robert Kleine.

Auf dem Programm der Wallfahrt stehen einerseits viele bewährte Gottesdienste und Veranstaltungen, etwa die Dreikönigsbegegnungen für Kita- und Grundschulkinder, die Wallfahrt für Menschen mit und ohne Demenz, die Andacht für alle Ehejubilare und die Andacht mit und für Geflüchtete(n). „Wir freuen uns auf die Jugendvigil mit Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Dr. Tobias Schwaderlapp, die dieses Jahr mit der Fragestellung ‚Willst du mit mir gehen?“ überschrieben ist“, so Kleine. „Beim traditionellen Frauenwort im Dom kommt in diesem Jahr die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Prof.in Dr. Agnes Wuckelt zu Wort – und spricht über Frauen der frühen Kirche, die als Mutmacherinnen den Frauen von heute als Vorbild gelten können.“

Weitere Schlaglichter: Eine Orgelnacht, die gleich von fünf Orgelvirtuosen gestaltet wird. Der Ökumenische Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln unter dem Leitwort „An der Grenze – zum Paradies“. Das Pontifikalamt mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am 25. September und das Hochamt zum 700. Weihetag des Domchores und des Hochaltares am 27. September. „Darüber hinaus laden wir zu regelmäßigen Pilgergottesdiensten um 10.30 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr und 18.30 Uhr an allen Werktagen und zum Abendlob um 20 Uhr ein“, so der Domdechant. „An alle Wallfahrtsgottesdienste schließt sich die Prozession zum Dreikönigenschrein an.“

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Fünf Organisten gastieren im Rahmen einer Orgelnacht im Kölner Dom.

Internationales Pilger- und Begegnungsfest auf dem Roncalliplatz

Rund um das finale Wallfahrtswochenende findet in diesem Jahr auf dem Roncalliplatz erstmals ein Internationales Pilger- und Begegnungsfest statt. Vor und nach den Gottesdiensten, geistlichen Impulsen und Konzerten im Kölner Dom haben Pilgerinnen und Pilger dort Gelegenheit, das Erlebte nachklingen zu lassen, sich auszuruhen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dazu sind im Bereich vor dem Römisch-Germanischen Museum Sitzmöglichkeiten sowie Getränke- und Essensstände aufgebaut. Am Samstag, 24. September, laden zwischen 13 Uhr und 18 Uhr zusätzlich Marktstände der Kölner Städtepartnerschaftsvereine zu Information und Austausch ein, außerdem sorgt ein facettenreiches Kulturprogramm für Abwechslung. Wie bereits in den Vorjahren sind die Städtepartnerschaftsvereine an diesem Tag um 12 Uhr zum gemeinsamen Gebet für den Frieden in den Dom eingeladen.

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Fahnen am Kölner Dom künden von der Dreikönigswallfahrt

Ein neues Reliquiar

Bereits seit Jahrhunderten pilgern Besucherinnen und Besucher des Domes zum Dreikönigenschrein, der zwischen 1190 und 1225 von Nikolaus von Verdun gefertigt wurde. Um ihn vor einem direkten Zugriff zu schützen, ist der Schrein von einer Vitrine umgeben, die zuletzt 2004 durch eine moderne, von Ingrid Bussenius gestaltete Glaseinfassung ersetzt worden ist. So unumgänglich diese Schutzmaßnahme ist, so sehr verhindert sie naturgemäß den direkten Kontakt der Gläubigen mit den Heiligen Drei Königen.

Mit einem Gestaltungswettbewerb hat das Metropolitankapitel der häufig formulierten Bitte Rechnung getragen, im Chorumgang des Domes einen Ort zu schaffen, an dem die Besucherinnen und Besucher des Domes den Heiligen Drei Königen unmittelbar, auf Augenhöhe und durch eine haptische Erfahrung begegnen können. Aus verschiedenen künstlerischen Entwürfen für ein Reliquiar, das am Eisengitter zwischen dem Binnenchor des Domes und dem Chorumgang befestigt werden und von beiden Seiten aus berührbar sein kann, hat eine fachkundig besetzte Jury den Gestaltungsvorschlag der Nürnberger Silberschmiedin Juliane Schölß ausgewählt.

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Domdechant Msgr. Robert Kleine spricht ein Gebet in der Achskapelle des Kölner Domes

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Dr. Joachim Oepen und Dr. Anna Pawlik siegeln einen Stoffbeutel, in dem sich drei aus dem Dreikönigenschrein entnommene Knochenpartikel befinden.

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Der gesiegelte Stoffbeutel mit den Reliquien (links) und ein erklärender Zettel (rechts oben) vor der Einsetzung in eine runde Kapsel (Mitte), die sich künftig im Inneren des Reliquiars befindet.

Das neue Reliquiar aus Messing trägt die Form eines Ikosaeders – eines Körpers, der von 20 gleichseitigen Dreiecken gebildet wird. Die ausgeglichene Form des Ikosaeders und sein geometrisches Gerüst lassen verschiedene Betrachtungsweisen entdecken, laden zum Verweilen und Anschauen ein. Die gleichseitigen Dreiecke greifen die Zahl Drei auf, die auf die Heiligen Drei Könige und ihre drei Gaben Bezug nimmt. Je nach Blickwinkel erkennt man einen Stern, der sich aus fünf gleichseitigen Dreiecken und einem Fünfeck ergibt. 

Drei applizierte Kronen, die am Ikosaeder auf der Chorumgangsseite und auf der Binnenchorseite auf je einem Dreieck zu sehen und zu berühren sind, weisen zusätzlich auf die Heiligen Drei Könige hin. Die Kronen sind dem Kölner Wappen stilisiert entnommen. Mit seiner feuervergoldeten Oberfläche spielt das neue Reliquiar auf den Dreikönigenschrein an, ohne ihm Konkurrenz zu machen. Im Inneren des Reliquiars ruhen drei aus diesem Schrein entnommene Reliquienpartikel in einer kleinen silbernen Dose, welche die Initialen 20*C + M+ B + 22 trägt.

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Das neue, von Juliane Schölß gestaltete Dreikönigs-Reliquiar am Gitter zwischen Chorumgang und Binnenchor

„Wir sind sehr dankbar, dass die Künstlerin Juliane Schölß so eine einladende, subtile und wertige Arbeit für unseren Domchor geschaffen hat“, sagt Domdechant Msgr. Robert Kleine. „Die intensive Farbigkeit und die raffinierte Form des neuen Reliquiars erinnern tatsächlich an einen leuchtenden Stern – und schaffen eine lichtvolle Verbindung zum Schrein. Im Gegensatz zu diesem wird das neue Reliquiar künftig berührbar sein, und zwar sowohl für Besucherinnen und Besucher, die durch den Chorumgang gehen, als auch für Pilger, die den Schrein unterschreiten. So kann man als Besucherin und Besucher des Domes auf völlig neue, intensive Weise mit den Heiligen Drei Königen in Kontakt treten und ihnen nahe sein.“

Das neue Reliquiar wird am 18. September um 10 Uhr im Rahmen der Eröffnungsmesse der Dreikönigswallfahrt vorgestellt.

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Das neue, von Juliane Schölß gestaltete Dreikönigs-Reliquiar am Gitter zwischen Chorumgang und Binnenchor


Das vollständige Programm zur Dreikönigswallfahrt 2022 finden Sie hier. Herzliche Einladung!

Als Andenken an das Jubiläumsjahr erscheint eine Jubiläumstasse aus Porzellan, die in der limitierten Auflage von 250 Stück für 25,-€ während der Wallfahrtstage erworben werden kann – natürlich mit dem neuen Domlogo. Die Tasse kann an allen Tagen der Wallfahrt ab Montag, 19. September, jeweils zwischen 11-13 Uhr im Dom und zwischen 13-17h im DOMFORUM erworben werden.

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Die Tasse zur Dreikönigswallfahrt

Zur Wallfahrt der Ehejubilare besteht für alle teilnehmenden Paare bis Donnerstag, 22. September, 12 Uhr, hier eine Anmeldemöglichkeit.


KulturstiftungDombau Verein