Weihe der neuen Marienorgel im Kölner Dom

Mit der neuen Marienorgel erhält der Kölner Dom ein Instrument, das gleichermaßen die Liturgie und das Konzertleben an der Kölner Kathedrale bereichert. Am kommenden Sonntag wird das Instrument um 15 Uhr durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki geweiht.
Der Kölner Dom erhält eine neue Orgel: Am kommenden Sonntag, 14. Juni 2026, wird die neue Marienorgel feierlich durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki geweiht. Mit dem Neubau ist ein Instrument entstanden, das nicht nur die Liturgie in der Marienkapelle bereichern wird, sondern zugleich neue Möglichkeiten für das Konzertleben im Kölner Dom eröffnet.
Dezente Baubronze, innovative Konstruktion
Die neue Marienorgel ersetzt das bisherige Instrument aus den 1960er-Jahren, das nach jahrzehntelangem intensiven Einsatz technisch und klanglich an seine Grenzen gestoßen war. Gebaut wurde die neue Orgel von der renommierten Johannes Klais Orgelbau GmbH in Bonn, die schon für die Realisierung der großen Querhausorgel (erbaut 1948, 89 Register) und der Schwalbennestorgel (1998, 56 Register) im Langhaus verantwortlich zeichnete. Die Gestaltung des Orgelprospekts stammt vom international bekannten Architekturbüro Mecanoo aus Delft. Die verwendete Baubronze fängt die Sonnenreflektionen im Dom ein und hüllt die Orgel in stimmungsvolles Licht.

Die verwendete Baubronze des Orgelprospekts fängt die Sonnenreflektionen im Dom ein
Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach

Vom Spieltisch der Marienorgel können alle drei Orgeln des Kölner Domes gemeinsam gespielt werden.
Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach
Mit ihren 18 Registern vereint die neue Marienorgel klangliche Vielfalt, technische Innovation und gestalterische Qualität. Als farbenreiches, vielseitiges Instrument eignet sie sich gleichermaßen für die tägliche Liturgie, die Begleitung von Chören und Ensembles sowie für konzertante Aufführungen im Binnenchor des Domes.
Eine Besonderheit ist ihre innovative Konstruktion: Das gesamte Orgelgehäuse kann mithilfe eines Scherenhubtisches angehoben werden. Dadurch lässt sich der Klang nicht nur in die Marienkapelle, sondern auch in den Binnenchor lenken, wo regelmäßig Gottesdienste und Konzerte stattfinden. Zudem ermöglicht der neue, frei fahrbare Spieltisch eine technische Premiere: Von hier aus können künftig alle drei Orgeln des Kölner Domes gemeinsam angesteuert und gespielt werden.

Die neue Marienorgel aus östlicher Richtung betrachtet.
Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach
Neue Perspektiven für Liturgie- und Konzertbegleitung
„Die Marienkapelle ist einer der lebendigsten liturgischen Orte unseres Domes. Hier werden Woche für Woche zahlreiche Gottesdienste gefeiert, hier kommen Menschen zum Gebet, zur Eucharistie und zur Begegnung mit Gott zusammen“, sagt Dompropst Msgr. Guido Assmann. „Ich freue mich sehr darauf, dass die neue Marienorgel künftig diesen Gottesdiensten eine ganz besondere Stimme verleiht. Sie wird die Liturgie bereichern, unseren gemeinsamen Gesang tragen und dazu beitragen, dass die Schönheit unseres Glaubens auch musikalisch erfahrbar wird.“
Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig hebt die Besonderheiten des neuen Instruments hervor: „Die neue Marienorgel ist ein äußerst farbenreiches und vielseitiges Instrument. Sie bietet deutlich mehr klangliche Möglichkeiten als ihre Vorgängerin und wird ihre Hauptaufgabe – die Begleitung der Gemeinde in den Werktagsgottesdiensten – in hervorragender Weise erfüllen. Zugleich eröffnet sie durch ihre innovative Konstruktion ganz neue Perspektiven für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten und Konzerten im Binnenchor. Im Vergleich zu den großen Domorgeln besitzt sie einen beinahe kammermusikalischen Charakter und eignet sich besonders für die Begleitung von Chören und kleineren Ensembles.“
Eine besondere Bedeutung kommt der Marienkapelle auch durch die tägliche Übertragung der Heiligen Messe um 8 Uhr über DOMRADIO.DE sowie weitere Medienpartner zu. Künftig werden so täglich bis zu 25.000 Menschen im deutschsprachigen Raum den Klang der neuen Marienorgel über Radio, Fernsehen und Internet erleben können.

Das gesamte Orgelgehäuse kann mithilfe eines Scherenhubtisches angehoben werden.
Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach

Dadurch ragt sie über die Chorschranken...
Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach

...und ihr Klang wird in den Binnenchor gelenkt, wo regelmäßig Gottesdienste und Konzerte stattfinden.
Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach
„Das Ergebnis großer gemeinsamer Anstrengungen“
Dompropst Assmann dankt im Namen des Domkapitels allen, die zur Verwirklichung des Projekts beigetragen haben: „Die neue Marienorgel ist das Ergebnis großer gemeinsamer Anstrengungen. Mein herzlicher Dank gilt vor allem der Kulturstiftung Kölner Dom für ihr außerordentliches Engagement bei der Finanzierung des Projekts, der Orgelbaufirma Klais für ihre herausragende handwerkliche und künstlerische Arbeit sowie dem Architekturbüro Mecanoo für die gelungene Gestaltung des Orgelprospekts. Besonders danken möchte ich auch den vielen Registerpatinnen und Registerpaten, deren großzügige Unterstützung dieses Projekt erst möglich gemacht hat. Sie alle haben dazu beigetragen, dass diese Orgel nun zur Ehre Gottes im Kölner Dom erklingen kann.“
Die feierliche Orgelweihe findet am Sonntag, 14. Juni 2026, um 15 Uhr im Kölner Dom statt. Im Anschluss beginnt eine Festwoche mit Gottesdiensten, Konzerten, Führungen und besonderen Einblicken in das neue Instrument. Zu den Höhepunkten zählen ein musikalisches Abendgebet mit dem Mädchenchor am Kölner Dom, Festkonzerte des Vokalensembles Kölner Dom, die Eröffnung der Internationalen Orgelfeierstunden sowie eine große Orgelnacht mit allen drei Domorgeln.
Weitere Infos finden Sie auf der Themenseite.

