Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: W. Kralisch
Ein aufwendiger, 6 Meter hoher, barocker Rahmen aus schwarzem und rot-weißem Marmor, birgt die in Bronze gegossene Gedenktafel für Ernst von Bayern, den 1612 verstorbenen ersten Kölner Kurfürsten aus dem bayerischen Herzogenhaus der Wittelsbacher. Die offenbar in München gefertigte Bronzetafel zeigt über einer Inschriftenkartusche das Wappen des Kurfürsten, das von zahlreichen kleineren Wappen derjenigen Herrschaften, Bistümer und Stifte umgeben ist, denen er ebenfalls vorstand. Engel mit Stundenglas und Totenschädel, kleine Putten und Löwen zieren die Zwickelfelder. Die weiße Alabasterkartusche im Giebel des Wandepitaphs zeigt erneut das Wappen des Kurfürsten.
Dr. Klaus Hardering, Kunsthistoriker

Erzbischof Ernst von Bayern
Erzbischof Ernst war der Sohn Herzog Albrechts von Bayern und Annas von Österreich. Er war der erste der fünf Kölner Erzbischöfe aus dem Hause Wittelsbach. Ernst war früh für den geistlichen Stand bestimmt und von Jesuiten erzogen worden. Er war bereits vor seiner Wahl zum Erzbischof von Köln Bischof von Freising, Hildesheim und Lüttich. Für die Kurie repräsentierte er als Wittelsbacher die katholische Schutzmacht im Nordwesten des Reiches. Da sein persönliches Leben dem Geist der katholischen Restauration keineswegs entsprach, wurde 1595 sein Neffe Ferdinand zu seinem Koadjutor ernannt. Ernst zog sich daraufhin völlig von den Regierungsgeschäften und ins westfälische Arnsberg zurück. In seine Regierungszeit fällt auch die Errichtung einer ständigen päpstlichen Nuntiatur in Köln 1584.

Bischöfe und Erzbischöfe von Köln