Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Das aus Tuff gearbeitete Epitaph des Hans Scherrer wurde um 1540 durch den Kölner Meister Jacob Abel geschaffen, dessen Steinmetzzeichen u. a. auch am Haldrenius-Epitaph und am Sakramentshaus der Kölner Kirche St. Andreas zu finden ist. Eine mit Rankenwerk überzogene und von Putten bekrönte Rundbogenarkade rahmt das nahezu vollplastische Relief einer Kreuzigungsgruppe. Die Gottesmutter Maria, Maria Magdalena, Maria Kleophas und der Apostel Johannes gruppieren sich zu beiden Seiten des Kreuzes, über dem in einem Wolkenband Gottvater schwebt. Das Scherrer-Epitaph gehört zu einer Gruppe früher, wohl aus den Niederlanden beeinflußter Kölner Renaisssancewerke.
Dr. Klaus Hardering, Kunsthistoriker

Das Evangelium nach Johannes 19, 17-30
Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt.
Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus.
Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden.
Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefaßt.
Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war.
Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus.
Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wußte, daß nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.
Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
 

Bibel