Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Auf grazilen Bündelpfeilern ruhende, plastisch ausgearbeitete Arkaden mit Wimpergen zieren die hochgotische Reliquientumba der hl. Irmgardis, die um 1280 von Steinmetzen der Kölner Dombauhütte für die Agneskapelle geschaffen wurde. Die Blenden dieser Maßwerkarkatur waren Beschreibungen des frühen 19. Jahrhunderts zufolge ursprünglich mit gemalten Heiligenfiguren versehen, von denen sich jedoch keine Reste mehr erhalten haben. Der mit Rankenwerk dekorierte Holzdeckel auf der leicht vorspringenden Deckplatte erinnert in seiner Inschrift an die Restaurierung des Grabmals 1864. Die Gebeine der Heiligen ruhen in einem an den Innenseiten bemalten Holzkasten, der unter einem Gitter im Inneren der Tumba aufbewahrt wird.
Dr. Klaus Hardering, Kunsthistoriker

Irmgard (Irmgardis) von Süchteln (Zutphen)
Irmgard kam um das Jahr 1020 auf der Burg Aspel als Tochter des Grafen von Aspel zur Welt. Nachdem ihre Eltern gestorben waren, verteilte sie ihr Erbe großzügig unter Krankenhäusern, Kirchen und Bedürftigeneinrichtungen. Nachdem sie einige Pilgerreisen nach Rom unternommen hatte, soll die Gräfin als Einsiedlerin in Süchteln gelebt haben. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Irmgard in Köln, wo sie Stifte und Klöster unterstützte. Sie starb um 1084. Ihre Gebeine ruhen heute in der Agneskapelle des Kölner Domes.

Irmgard wird als Pilgerin mit Stab oder als Jungfrau mit Stirnreif dargestellt.

Fest: 4. September
 

Heilige im Dom