Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Das Tumbengrabmal des Erzbischofs Friedrich von Saarwerden ist eines der wichtigsten Beispiele für die Kunst des Weichen Stils in Köln. An den Wänden der Tumba thronen Figuren in Maßwerkarkaden. An der nördlichen Längsseite befindet sich der Salvator mundi, flankiert von fünf Aposteln und dem in Anbetung verharrenden Erzbischof. Die westliche Schmalseite zeigt eine Verkündigung, die Südseite weitere Apostel. Die Arkaden an den Ecken der Tumba nehmen wappentragende Engel auf. Die Tumba trägt eine der seltenen Liegefiguren aus gegossener Bronze. Das Grabmal befindet sich an seinem ursprünglichen Standort über der Gruft mit den Gebeinen des Erzbischofs.
Dr. Marc Steinmann, Kunsthistoriker

Friedrich von Saarwerden
Friedrich von Saarwerden, der in Bologna studiert hatte, bestieg schon 22jährig den Kölner Erzstuhl. In kurzer Zeit löste er die von seinem Vorgänger verpfändeten Besitzungen der Kölner Kirche wieder ein. 1380 wurde er wegen Nichtbezahlung von über 130.000 Gulden, die er bei seiner Ernennung der Kurie hatte versprechen müssen, exkommuniziert. Er nahm aber seine Ämter und Aufgaben weiter wahr. Im großen Schisma von 1378 stand er auf der Seite von Papst Urban VI., der ihm seine Gesamtschulden an die Kurie erließ. Unter Friedrich wurde 1388 in Köln die erste städtische Universität Deutschlands gegründet.

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Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
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