Hohe Domkirche zu Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Das Fenster, das die beiden Heiligen Barbara und Evergislus zeigt, wurde um 1855 von dem Kölner Glasmaler Peter Grass gefertigt. Für den Entwurf sorgte Dombaumeister Zwirner, der streng darauf achtete, daß neue Fenster für die Chorkapellen den vorhandenen mittelalterlichen motivisch möglichst ähnlich waren. Deshalb bevorzugte er Heiligenfiguren in Architekturtabernakeln, wie sie auch unter den mittelalterlichen Chorfenstern zu finden sind. Die beiden Kölner Stadtwappen in den Sockeln sind als Stifterwappen zu verstehen, denn die Restaurierung und Komplettierung der Chorkapellenfenster wurde im 19. Jahrhundert mit städtischen Mitteln finanziert.
Dr. Ulrike Brinkmann, Kunsthistorikerin
Detailansichten
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Barbara

Barbara
Die Märtyrerin Barbara wurde im 3. Jahrhundert als Tochter des reichen Heiden Dioscuros in Nikomedien geboren. Schon als junges Mädchen war sie für ihre Schönheit und Klugheit berühmt und hatte viele Bewerber. Doch lehnte sie alle Heiratspläne ab und schloß sich stattdessen einer kleinen Gruppe getaufter Christen an. Als ihr Vater, ein Christenverfolger, dies erfuhr, ließ er einen Turm bauen, um seine Tochter darin einzusperren. Ohne sein Wissen wies Barbara die Bauarbeiter an, in den Turm nicht nur die geplanten zwei, sondern ein drittes Fenster zu brechen. Es sollte ein Symbol der Dreifaltigkeit sein. Dioskuros wurde deshalb so zornig, daß er seine Tochter vor den Statthalter schleifte, der auch ein Christenverfolger war. Barbara wurde gegeißelt, mit Keulen geschlagen und gefoltert. Doch blieb sie standhaft und widerrief ihren Glauben nicht. Daraufhin verurteilte sie der Statthalter zum Tod durch das Schwert. Dioskuros selbst vollstreckte das Urteil. Kaum aber hatte er seiner Tocher das Haupt abgeschlagen, fuhr ein Blitz herab und tötete ihn.

Barbaras Attribut ist meistens der Turm, den sie in der Hand hält. Doch wird sie auch mit Kelch, Hostie, Buch oder Schwert dargestellt.

Fest: 4. Dezember

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Evergislus

Erzbischof Brunos Traum oder wie die Reliquien des hl. Evergislus nach Köln kamen.
Erzbischof Bruno von Köln hatte bei einer Übernachtung in Tongern einen Traum, in dem ihm der hl. Evergislus, der in Tongern begraben war, in schmutzigen Gewändern erschien und sich bitterlich beklagte: 'Siehst Du nicht, wie meine Kleider vernachlässigt und vom Moder verzehrt sind?'. Daraus entnahm man (völlig uneigennützig), daß der Heilige in seine ehemalige Bischofstadt Köln zurückkehren wollte. Die Gebeine wurden den adligen Stiftsdamen von St. Cäcilien in Köln übergeben.
 

Barbara
Evergislus