Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk

In den zwei unteren Reihen des Anbetungsfensters sind 16 Wappen zu sehen. Es ist die sog. ‘Ahnenprobe’ des Stifters. Die Heiligen darüber sind die Patrone des Erzbischofs und seines Hauses: Petrus, der den erzbischöflichen Stifter präsentiert, Maria, Elisabeth von Thüringen und Christophorus. Das Hauptfeld zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Sie erscheinen mit prächtigem Gefolge und vielen Geschenken vor Maria und dem Kind. In der linken Bahn wird der Besuch der Königin von Saba bei König Salomo gezeigt, ein alttestamentliches Vorbild für die Anbetung der Könige. Das Fenster wurde vom Kölner Erzbischof Hermann von Hessen (1480-1508) gestiftet.
1474 wurde für das Kölner Domkapitel die sog. ‘Ahnenprobe’ eingeführt: Mitglieder des Kapitels mußten 16 adelige Ahnen nachweisen können.
Dr. Ulrike Brinkmann, Kunsthistorikerin

Das Evangelium nach Matthäus 2, 1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten:
Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.
Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:
Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.
Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.
Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.
Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.
Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.
Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Bibel
Detailansichten
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Thüringen und von Braunschweig
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen Braunschweig-Lüneburg u. Sachsen-Wittenberg
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Bayern und von Böhmen
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Kärnten und von Pommern
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Hessen und von Nürnberg
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Sponheim und von Masovien (?)
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Reipoltskirchen (?) und von Meißen
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Wappen von Brandenburg und von Teck (?)
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Hl. Petrus mit Stifter Erzb. Hermann von Hessen

Erzbischof Hermann war Sohn des Landgrafen Ludwig von Hessen. Er hatte in Köln studiert und gehörte zu den glorreichen Verteidigern des von seinem Vorgänger belagerten Neuss. Hermann machte die geistige und finanzielle Rekonsolidierung des Erzstiftes zu seiner Hauptaufgabe.

Ruhestätte: Kölner Dom
 

Petrus
Der Apostel und Märtyrer starb wahrscheinlich 64 in Rom. Ursprünglich hieß er Simon und war Fischer. Jesus berief ihn zu seinem Apostel mit den Worten: 'Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen'. Später wurde Petrus zum ersten Papst der Kirche, er bewirkte zahlreiche Wunder und war ein leidenschaftlicher Prediger. Als er nach Rom kam, wurde er von Kaiser Nero gefangengenommen und zum Tode am Kreuz verurteilt. Auf seinen Wunsch wurde Petrus mit dem Kopf nach unten gekreuzigt, da er sich nicht für würdig befand, wie Jesus zu sterben. Über seinem Grab steht heute der Petersdom.

Petrus wird oft als Apostel oder Papst, dann mit dem Attribut Stab, dargestellt.
Fest: 29. Juni

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Muttergottes im Strahlenkranz
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Hl. Elisabeth von Thüringen

Die Landgräfin und Nonne lebte von 1207 bis 1231. Sie ist eine der großen heiligen Frauen der Kirche. Nach den Ideen des Franz von Assisi, zu dessen Zeit sie lebte, nutzte sie ihre adelige und vermögende Herkunft, um den Bedürftigen zu helfen. Nach dem Tode Ihres Mannes Ludwig IV. gründete die Zwanzigjährige in Marburg ein Krankenhaus für die Ärmsten. Ein Jahr später trat sie in den Franziskanerorden ein. Nach völliger Selbstaufgabe, aufgezehrt von Sorge und Mitleid, starb sie früh.

Darstellungen zeigen Elisabeth oft Almosen an die Armen verteilend.
Fest: 19. November

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Hl. Christophorus
Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte
Die Königin von Saba besucht König Salomo

Das erste Buch der Könige 10, 1-10
Die Königin von Saba hörte vom Ruf Salomos und kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen. Sie kam nach Jerusalem mit sehr großem Gefolge, mit Kamelen, die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen, trat bei Salomo ein und redete mit ihm über alles, was sie sich vorgenommen hatte. Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es gab nichts, was dem König verborgen war und was er ihr nicht hätte sagen können. Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Opfer, das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem. Sie sagte zum König: Was ich in meinem Land über dich und deine Weisheit gehört habe, ist wirklich wahr. Ich wollte es nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die Hälfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzüge übertreffen alles, was ich gehört habe. Glücklich sind deine Männer, glücklich diese deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Gepriesen sei Jahwe, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil Jahwe Israel ewig liebt, hat er dich zum König bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst. Sie gab dem König hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine sehr große Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam so viel Balsam in das Land, wie die Königin von Saba dem König Salomo schenkte.

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk
Anbetung der Heiligen Drei Könige
Wappen von Thüringen und von Braunschweig
Wappen Braunschweig-Lüneburg u. Sachsen-Wittenberg
Wappen von Bayern und von Böhmen
Wappen von Kärnten und von Pommern
Wappen von Hessen und von Nürnberg
Wappen von Sponheim und von Masovien (?)
Wappen von Reipoltskirchen (?) und von Meißen
Wappen von Brandenburg und von Teck (?)
Hl. Petrus mit Stifter Erzb. Hermann von Hessen
Muttergottes im Strahlenkranz
Hl. Elisabeth von Thüringen
Hl. Christophorus
Die Königin von Saba besucht König Salomo
Anbetung der Heiligen Drei Könige